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der daraus für ihn entspringenden Lust nachsangen undso befangen bleiben in der Natur, anstatt sie nur alsHandleitung zur Kenntniß Gottes zu gebrauchen, wasihn denn allerdings an der Durchdringung in die reine,göttliche Wahrheit hindern würde; gelehrte und verstän-dige Leute mögen sie zwar dann immerhin heiße» undsenn, aber der wahren Vernunft ermangeln sie, denn diewahre Vernunft suchet Gott und treibet sich nicht immerund lebenslänglich in den Kreaturen, seyen sie nun leib-lich oder geistlich, herum. Die ächte, Gott suchende Ver-nunft ist des göttlichen Lichtstrahles empfänglich, sie al-lein ist fähig, Gott wahrhaft zu erkennen. Dieses Er-kennen ist der Vorgeschmack und die Wonne des ewigenLebens, der alle geschaffene, natürliche Lust auötreibetund einzig in Gott führet; Seiner erfreuet sich die Seele,sonst keines Dinges, recht wie Christus sagt: „Wer vondiesem Wasser trinket, das Ich gebe, der dürstet nichtmehr" nach leiblicher, irdischer Erguickung.
Siehest du, so wird der Menschengeist, der alles Ir-dischen und Vergänglichen entledigte, erhaben über alleGnade, über alle Vernunft, über alle Lust der Erde hinin Gott; der reine Geist, die entfesselte Seele schauetGott, dringet ein in Sein Wesen, das über alle Gnade,über alle Vernunft, über alles menschliche oder engelischeWissen und Verstehen ist, sie weiß nichts, als Gott, siewill niclus, als Gott. Zu dieser Höhe hat sie die treueBefolgung der Lehre Jesu Christi erhoben.
§. Ist-
Bis setzt haben wir gezeizet, wie das Leben und na-mentlich das Leiden unseres Herrn eines der vorzüglich-sten Mittel, ja die Hauptursachc sey, wodurch wir zueinem wahrhaft geistlich armen Leben, das ist, zur höch-sten Vollkommenheit des Geistes gelangen können undsollen; denn Er, unser Herr, hat diese Armuth des Gei-stes nicht nur mit Worten gelehret, sondern auch wahr-haft gelebe't und dazu Seine Freunde und Nachfolgervielfach aufgefordert. Nun wollen wir denn auch den