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treibet und führet sie nur nicht immer in zeitlichen, un-nützen, leeren Dingen herum, lasset sie erkennen, daßdiese hohl, eitel und thöricht sind; führet sie auf Gott,der allein ihr Leben ist, hin, so muß sie sich, und sie wird esthun, nothgedrungen, weil überall gctäuschet, zu Gott keh-ren, dessen sie sich sehnet von Natur aus. Das Leben derVernunft inGott ist ihr wahres, natürliches Leben, und nichtim Zeitlichen und Vergänglichen, das wird und kann ihr nieGenüge leisten, nur Gott kann ihr genügen; und so liegtes in ihrer Natur, daß sie sich Dem zuwendet. Derihr giebt, und von jenen: sich abwendet, das ihr nurnimmt und sie nie sättiget.
Z. 18 .
Daß der Mensch dem irdischen anhanget und Gottnicht achtet, ist wahrlich die Vernunft nicht schuld daran;hätten dergleichen Menschen wahre Vernunft, sie würdenallerdings sich anders benehmen; die Sinnlichkeit und derSclavendienst, den man ihr leistet, nicht die wahre Ver-nunft ist dessen schuld. Diese Schänder der Vernunft,diese Knechte der Sinnlichkeit spricht David in den Wor-ten an „Ihr sollet nicht werden wie Pferde undMäuler, in denen keine Vernunft ist." Wer der Krea-tur nachjaget und in ihrem Dienste siehet, ist kein vernünf-tiger Mensch, er ist ein vcrnunftloses Thier; den einzi-gen und ächten Gebrauch, den die wahre Vernunft vonden sichtbaren und geschaffenen Dingen machet und ma-chen soll, ist, daß sie in ihnen die Svur und gleichsamdie Fußsiapfe Gottes des Ewigen und Unsichtbaren auf-suche, nach des Apostels Ausspruch : ,, An den Sicht-baren Dingen können die Unsichtbaren erkennet werden."Nur muß der Mensch in dieser Naturforschung nicht beiden von ihm selbst geschaffenen Bildern, Vorstellungenund Formen, unter welchen er sich die Gegenstände dersichtbaren Natur begreiflich machen will, stehen bleiben,
*) Psalm 3 i, 9.* Nom. 1, 20.