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Z. 12.
Haft du aber, wie wir bisher zeigten, gestrebet, nichtmir der Sünde und der bösen Neigung dazu täglich zusterben, dein Vergänglichen und der sünvlichen Anhaftungan die Kreaturen zu entsagen, sondern auch die rohe Flei-scheslust, und was ihm behaget, zu todten durch ernstlichesAndenken lind Eingehen in das Leiden deines Herrn, sosieht dir nun der letzte, aber auch der feinste Feind, deinverfeinertes und doch noch gebrechliches D u zu bekämpfenbevor. Du sollst nämlich nun, und bist du Sieger ge-worden in den drei erstgenannten Dingen, so wirst du auchin dein vierten siegen; du sollst nämlich, sagen wir,auch jener feineren Lust, die du sctwpfest in dir aus derErkenntniß geistlicher oder natürlicher Dmge, entsagen, dannwird dir die vierte und höchste Reinigung werden, indemdu in einem stillen, inneren und geheimen Svrecbcn dasewige Wort des Vaters, oas Er im Grunde deiner Seelespricht, hören und vernehmen wirst. Dieses Hören undSprechen Gottes treibet aus deinem Innern alle geschaffe-nen Bilder, so daß du nun auch aller geistlichen, imGrunde doch nur natürlichen Lust entsagen wirst, die dichehemals, aus selbst geschaffenen Bildern, Vorstellungenund Formen hervorgehend, so sehr anzog; nun wirst dunichts hören und hören wollen, als dieses ewig in dir aus-gesprochene Wort des Vaters, in welchem du Ihn alleinvollkommen erkennen und lieben wirst. Das sprach Christusaus in den Worten: „Wer Mich liebet, der höret MeineWorte", d. i. Ich spreche in ihin, und wenn er dies Spre-chen leidet und höret, so wird er Mich lieben. Siehe, dasist das Höchste und Vollkommenste, was du thun und wir-ken sollst und kannst: schweigen, Gott leiden und Ihn anSeinem Werke in dir nicht hindern.
§. 13 .
Und was ist nun dieses Wirken Gottes? In Gott istein zweifaches Wirken: das eine ist ein inneres Wir-ken und ist Gottes Wesen und Seine Natur; das andere