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nur Lust der Natur, obgleich sie alle niedrige Lust des Flei-sches weit übertrifft. Haftet nun das Herz an dieser verfei-nerten Lust, dann hinderet es sich selbst, daß Gott Seinegnadenvolle, übernatürliche Freude der Seele nicht mitthei-len kann. So verfallet dann der Mensch in den argenund gefährlichen Wahn, daß er die Wirkung der bloßen,obgleich verfeinerten Natur als Wirkung der Gnade an-sieht, ihre Gaben, als Gottes unmittelbare Gaben; undwenn gleich diese Lust des Geistes das Herz nicht so rohbcthöket, wie jene des Fleisches, so hindert sie denn dochallerdings das Fortschreiten zum Wahren, Besseren undVollkommenen. Und deshalb mußt du ihr entsagen, oderdu treibest die Sache nach Art der Heiden, nicht wie sieder wahre Nachfolger Christi betreiben sott; jene trieb dieLuft der Natur zur Erkenntniß der natürlichen Wahr-heit, du sollst aber der Wahrheit, die unmittelbar ausGott ist und zu Gott führet, und zwar auf dem WegeChristi nachjagen.
8 . 3 .
Diese vier crstgemeldeten Dinge nun sind des MenschenIch oder sein Selbst, die er verläugnen und in sich ertödtenmuß. Dieses vierfache Selbst fordert nun eben auch einevierfache Tödtung. Zuerst also todte er die Sünde, undwie anders, als durch die Tugend? Entfernet von Gotthat ihn die Sünde, er ergreife die Tugend, die ihn Gottwieder nahe bringt; der heilige Paulus sagt „Wie ihrhabt dargeboten eure Glieder, zu dienen der Sünde in Un-gerechtigkeit, so gebietet nun auch euren Gliedern, zu die-nen der Tugend in Gerechtigkeit." Und weil der Menschnach seiner verderbten Natur zu allen Sünden hinneiget,so muß er denn, um sie alle zu besiegen, sich auch in allenTugenden üben, und nie glaube er sich sündefrei, solange er sich nicht in allen und jeden Tugenden geübct undselbige sich eigen gemacht hat.
) Röm. 6, iy.