ihren Meinungen. Sie trauen sich eben nicht alle Weis-heit zu, verachten auch nicht so unbarmherzig alle An- ?dere, doch freuen sie sich des Gefundenen zur Ungebühr rund können seiner nicht satt werden. Dabei bleiben sie istehen und vergessen des Göttlichen, des Höchsten, wasüber alle Sinne ist; die Vernunft erreichet es nicht, derVerstand fasset es nickt und die Denkkraft erfindet es nicht;es wird vielmehr gefunden, wenn sie sämmtlich schweigenund Gott allein reden lassen Sein Wort in ihrem Innern;in dieser Ruhe, in diesem Schweigen redet der Herr. Daßdies dir nicht wird, das schreibe deinem eingelassenen, eigen-sinnigen Willen zu, der dir so gar schädlich ist. Glau-best du denn unserem Herrn nicht, wenn Er sagt H:„Ihr sollet nicht denken, was ihr reden werdet, wennsie euch stellen vor den Fürsten; denn es soll euch gege-ben werden in derselben Stunde, wie oder was ihr redensollet." Hat Christus damit was anderes sagen wollen,als: der Mensch soll sich und sein Herz nicht so beküm-mern mit bildlichen Gedanken und diese zwischen Gottund seiner Seele, beide störend, stellen, vielmehr soll erseine Vernunft, Kunst und Eigenwillen schweigen undGott allein Sein Wort reden lassen. Das wird ihn wohlbesser unterrichten, ihn weiter fördern, als all sein Den-ken, Lernen und Kunst; der Herr wird ihm geben, wieund was er reden soll, wenn es die Noth und des Näch-sten Bestes fordern. Davon war David überzeugt undsprach diese Erfahrung in den Worten aus „Seligist der Mensch, den du, o Herr, lehrest." Hörest du!wenn du schweigest, dann spricht Gott allein in dir SeinWort, und Sein Wort machet dich selig und lehret dichalle Wahrheit.
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Mißbrauche aber das Gesagte nicht, was du aberallerdings thun würdest, wenn du daraus für dich die