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Johann Tauler's Nachfolgung des armen Lebens Christi
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Schränket sich nun der Mensch beim Suchen seiner Nah-rung auf die Nothdurst ein und bedienet sich der leiblichenDinge mit Bescheidenheit, genießet sie als Gaben «ndGeschenke Gottes, zu Seiner Ehre nach der Lehre JesuChristi und Seines Apostels Paulus ^, dann sündiget erja nickt weder gegen die Wahrheit, noch gegen die Voll-kommenheit, noch wird er irre in seinem Ziele, das Gott ist,vielmehr beziehet er den irdischen nothdürftigen Genuß aufGott und Seine Liebe. So ist demnach sein Wille nichtflatterhaft noch unstat; denn nur das ist sündliche, vomZiele abführende Willensbewegung, sich abwenden vomGuten und hinwenden zum Bösen, was hier der Falldurchaus nicht ist, der Wille giebt ja nur die Nothdurftund keineswegs den Ueberfluß zu, und auch ersteren nurnach der Lehre der Vollkommenheit. Bestehet nun derWille unverrücket in dieser Wahrheit und Vollkommenheit,so ist er ja gewiß ein unbeweglicher Wille, er will ja nurGott; den Sinnen gestattet er nur das Suchen, was desLeibes Nothdurft ist, und wahrlich nicht zu des Leibes Wol-lust und Wohlbehagen; nichts als Gottes Ehre meinet undsuchet er darin; die Kräfte, die der Leib durch Genuß desNothdürftigen empfängt, wendet der Wille zur Ehre undVerherrlichung Gottes an. So wird das Irdische eineVermittelung des Göttlichen, der Wille bleibt unbeweglichdem göttlichen Ziele treu, was nichts anderes als die Wir-kung des göttlichen Lichtes ist, die ihn zumal umgrif-fen hat.

s. 92 .

Den geistlichen Leuten wird aber doch oft der Vor-wurf gemacht, als wären sie eigenwillig, und was sie alsgöttlichen Willen ausgeben, sey im Grunde oft nur ihreigener Wille? Das mag wohl von gewissen Leutengelten, nimmermehr aber von dem wahren Gcistesarmen;wie er sich entlediget hat von allem außer sich, so hat er

>. Ccr. io, 3>.