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L Schlafen nicht, nicht das Wachen, nicht Essen oder Trin-^ ken, du bist immer und unaufhaltsam auf dem Wege Got-tcs, immer in Ihm. Das ist die übernatürliche Krafti Gottes, Der deinen Willen führet; und so ewig der Führerdeines Willens ist, so ewig ist deines Willens Lauf undRichtung.
90.
! Dieser Lauf des Willens nun, der nie aufhöret, hebet
' die obenbehauptete Unbeweglichkeit des Willens keineswegsauf; der allen Dingen entwendete und mit Gott einzig ver-! einigte Wille bleibt und ist ewig unbeweglich. Seine beharr-
; liche Unbeweglichkeit bestehet nämlich darin, daß er sich ftr-
l ner nicht mehr hinneiget zur Kreatur und der Zeit,, da er
^ über beide erhaben ist und sie auf ihn nichts weiter verr
j mögen; sein Ziel ist Eines, nämlich Gott, Ihm hängt
! er unverbrüchlich an, und das ist eben die Unbeweglichkeit,
! von der wir reden; sein Laufen ist nichts anderes, als ein
ewiges Eindringen in Gott, ein fortwährendes Eindringen,folglich eine unwandelbare Stätigkcit des Willens. Je hef-tiger das Laufen, je gewisser das Jnnebleiben, und je in-niger dieses, um so schneller der Lauf, je schneller dieser,um so unerschütterlicher die Unbeweglichkeit.
Z. 91.
Wie ist es aber dem Menschen hieniedcn möglich, zusolcher Unbeweglichkeit des Willens zu gelangen, lebt er jadoch hier in der Zeit, und diese wirket aus ihn ein? Nei-get sich nicht der Wille selbst des Vollkommenen bald aufDieses, jetzt auf Jenes hin? — Allerdings, antworte ich,ist der Mensch geschaffen nach Zeit und Ewigkeit, beidewirken auf ihn ein, nämlich auf Leib und Seele. DerLeib ist des Zeitlichen empfänglich, er kann sich dessen, solange er lebt, nicht erwehren, er fordert seine Nvthdurft,und der Wille gestattet ihm, diese zu suchen, ja er suchetsie selbst mit ihm und verfällt so auf das und jenes, umihn zu nähren; so ist er allerdings unsiät und beweglich.