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.ein Herrn Jesu Christo gelernet hat, milde zu seyn undeines demüthigen Herzens, dann ist es bester für ihn,daß er schweigend und betend an Gott denke, als vieleslese oder predigen höre. Dahin aber bist du ja noch nichtgekommen, du bedarfst noch der Lehre, des Lesens, desErmahnens und des weckenden Zurufes, und was duhörest, und was du liesest, und wozu du ermähnet wirst,dem folge, so wird es dir möglich seyn, daß du endlichauch kommest zur vollkommenen Wahrheit und zu dem Le-ben in Gott.
8. 74.
Zugegeben aber auch, was viel ist, du wärest wirk-lich so weit schon vorangerücket, daß du Gott in dir re-den hörest, sprich: bist du allzeit und immer fähig undbereitet dazu? Stehest du doch auch noch hienieden un-ter dem Drucke des irdischen Leibes, der dich zu eini-gein Ausgehen in die Sinne fordert! Nun willst du äus-serlich thätig seyn, da wirst du doch daö Beste wählenwollen zu deiner Uebung? Sollte dir denn das Anhörendes äußerlichen Wortes Gottes jetzt nicht nützlich undziemlich seyn? Das wird nicht nur nicht hinderen an dei-nem inneren Leben, es wird dir vielmehr förderlich seyn. —Ist dein äußerer Mensch wieder gestärket durch die äus-sere gute Uebung, und fühlest du nun wieder das Be-dürfniß, einzugehen nach innen, so thue es und nimmwieder wahr des ewigen in dir sprechenden Wortes Got-tes, daß du wahres Leben schöpfest; und was sich vonaußen etwa mit hineingeschlichcn hat, das treibe schleu-nig und mit Gewalt aus. Dieses Vermögen hat dir ja,wie oben gesagt, der Herr gegeben, alles, was göttlichnicht ist, oder zu Gott nicht führet, jede fremde, schädlichePflanze auszurechen; treibe es nur hinaus, wie der Herrthat, der da hinaus trieb aus Gottes Tempel alles, wasda kaufte und verkaufte, und, zürnend den Bösen, aus-rief: „Mein Haus ist ein Bethaus, machet es nicht zurMörderhöhle!" H Ein reines Herz ist ein heiliger Tem-
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) Matth. 2 i, i 2 . >3.