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Johann Tauler's Nachfolgung des armen Lebens Christi
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Seele spricht; dieses Hören giebt ewiges Leben. Und dieWorte: „Sie folgen Mir nach", bedeuten nichts anderes,als: das Leben in dein Leben, wo Gott in der Seele lebt.

§. 73 .

Liegt nun, wie cS denn auch wahr ist, des Menschenhöchster Vortheil und seine Seligkeit im Schweigen undim Hören des inwendig sprechenden Wortes GotteS, dannwirst du wohl fragen, wozu soll ich denn noch des Mcn-schen-Lehrers Worte, die Worte des Predigers hören?Ich sage dir: höre sie! Das Predigen des göttlichenWortes ist nichts anderes, als ein Führen und Leiten zuGott, eine Fähigmachung, zu vernehmen das ewige Wortim Grunde der Seele; wie vermagst du zu hören dasewige Wort in deiner Seele, du, der du entfernet bistvon Gott? Wie vermagst du, in deiner Ferne von Ihmzu vernehmen das stille, geheime Wort des Herrn, dasEr in dir spricht? Siehe! darum rufet dich Gott durchden Mund des Predigers; dieser rufet dich zu Gott inBildern, Ermahnungen und gewissen Formen, daß duherbei kommest und du fähig werdest, zu vernehmen dieinnere Sprache Gottes an dich; durch das äußere Wortsollst du in das innere geführct werden. Verstehest dunicht, was der Herr sagt mit den Worten: „Ich habenoch andere Schafe, die nicht von diesem Schafstalle sind,auch die muß Ich herbeiführen, daß ein Schafstall werdeund ein Hirte?" Siehe! damit hat Er dich gcmeinct;der Prediger soll dich rufen, er soll dir sagen: kommedoch, komme doch herein^ trete ein in des Hcrrn Schaf-stall! befähige dich nur endlich einmal, vernehmen zu kön-nen die innere Ansprache Gottes in deiner Seele, hiersollst du eingeführet werden in jenen Schafstall des Herrn,der im inneren Wesen deiner Seele ist, darin der ewigeVater Sein Wort spricht. Bist du durch das äußereWort in dieses innere gekommen, dann merke auf,schweige, halte Gott stille, und laß jedes fremde Wortfahren; dieses Schweigen wird dich recht hören lassen.Der heilige Augustin sagt: Wenn der Mensch von unfe-