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Johann Tauler's Nachfolgung des armen Lebens Christi
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pel Gottes, wo Er wohnet und angebetet wird; darumwerfe sie hinaus, die unheiligen Kaufleute, das irdischeTreiben, das vergängliche Gewerbe, das sich in das Herzeingeschlichen bat. Unterlassest du das, gestattest du denschnöden Handel und Wandel unnützer Gedanken darin,dann ist es nicht mehr ein Bethaus, es ist eine Räuber-höhle daraus geworden; du hast Gott vertrieben aus Sei-nem Hause, du hast dich so weit entfernet von Ihm, dasiEr nicht wieder zu dir kommen will; du hast die Sünde ein-gelassen, die Gott hindert, von Seiner Ihm gehörigen Woh-nung Gebrauch zu machen. Darum heißet dein Herz jetztrecht eine Räuberhöhle. Wer aber widerstehet allen sich zwi-schen Gott und der Seele eindrängenden und die Vereinigungbeider hindernden Gedanken und Gott allein Platz giebt, inihm zu wohnen, der wirket nicht aus seiner, sondern aus derlebendigen göttlichen Kraft, die Gott ihm einflößet. Die-ses Eingießen ist Gottes Einsprechen, und das ist das Le-ben , jenes Leben voll inniger Wonne und Freude. Werdieses Leben nicht hat, das Gott einzig nur einem reinenHerzen giebt, der ermangelt wahrhaftig aller Freude undWonne, ja er ist mehr todt, denn lebendig; und dieser trau-rige Zustand ist gegen die eigentliche, wahre Natur desMenschen, denn die Sünde tödtet sie. Nun ist aber dieNatur den: Tode abhold, so ist demnach die Sünde wirk-lich wider die wahre Natur des Menschen. Deshalb könnendie Sünder sich niemals wahrhaft freuen; so wenig ein Tod-ter der Freude fähig ist, so wenig ist es der Sünder: dennder Grund ist todt, aus dein die wahre Freude quillt. Nurim reinen Herzen ist die .Quelle und der Brunnen aller äch-ten Wonne und.Freude, denn das ewige Wort, das alleEngel und Heilige mit Wonne durchströmet, strömet,spricht und fließet auch in ihm. Sey es auch, daß die gött-liche Freude in einem reinen Herzen hienieden nicht in demMaaße überströme, wie bei den Heiligen im Himmel, soliegt die einzige Schuld nur an dem armseligen, irdischenLeibe, mit dem der Geistesmensch hier noch beladen ist, unddoch ist seine Freude, selbst hienieden noch wallend, eineunaussprechliche Freude; je mehr er des Irdischen cntledi-