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Johann Tauler's Nachfolgung des armen Lebens Christi
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die Seele von Gott umgriffen; jetzt sieht sie das ersehnteewige Ziel, sie eilet ihn: zu, erreichet es und gehet ein.So siehet es im Buche der Liebe *), dort spricht der Herrzu Seiner Braut: „ Meine Freundin, du hast Mich ver-wundet mit einem deiner Augen." Das Auge ist wohlnur die eindringende Liebe der Seele in Gott, die Ihnzwinget, der Seele Sehnsucht und Verlangen zu erfüllen;sie bat Ihn verwundet, sie ist Seiner mächtig geworden;sie spannet ihren Bogen und trifft Gottes Herz; der ge-spannte Bogen ist das sehnsüchtig gespannte, zielende Herz,die Flamme der Liebe fährt aus, fahrt über in Gott, siehat den Mittelpunkt getroffen, sie stehet auf der höchstenStufe der Vollendung.

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Das zweite Werk und die andere Uebung, wo-durch der Mensch seinem Ziele — Christus — sich nähe-ren, und Ähnlichkeit mit Ihm erlangen kann und soll,ist äußerlich und bestehet in allen Tugenden, die zueinem vollkommenen Leben gehören; in diesen muß sichder Mensch üben und selbe sich eigen machen, wenn esihm mit Erreichung des Zieles Ernst ist. Da wir aberoben schon von diesen Tugenden vielseitig -gesprochen ha-ben, wollen und dürfen wir sie hier übergehen; dieses Ein-zige nur sey wiederholet: der Mensch, der zu Christuskommen und mit Gott vereiniget werden will, darf undkann zu diesem Ziele aus keinem anderen Wege gelangen,als in dem Leben, Leiden und Tode Jesu Christi.

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Manchmal spricht der Geist Gottes in der Seele ohneBilder und Formen, ja Sein Sprechen ist über alle Bil-der und natürliche Vorstellungen erhaben; solches Sprechenaber ist Leben, Wahrheit und Licht. Von dem erstenund dritten wollen wir hier reden. Gottes Sprechen in

Z»i Hohsnliede.