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gelten; nach Glückseligkeit strebten sie, aber ohne wahreKenntniß Gottes, ohne welche Glückseligkeit nicht möglichund denkbar ist. Gleiches widerführet auch jetzt denen, dieGott, Seligkeit und das wahre Wesen der Seele suchenj außer dem gekreuzigten Christus, es wird ihnen nicht ge-! Hingen, ihnen fehlet die ächte Erkenntniß der Wahrheit, die> einzig Gott ist, der unsere Seligkeit ist, und zwar Chri-^ stus der Leidende und Gekreuzigte. Zur wahren Selig-keit ist das Leiden unseres Herrn der einzige Weg, Er; selbst, wie die Schrift sagt, mußte leiden, und so in Sein
! Reich eingehen. Willst du demnach in das Himmelreich,
i das innen in dir ist, wo Gott ohne andere Vermittelung
» geschauet wird, eingehen und zum rechten Ziele kommen,
^ gehe vor allem und zuerst ein in das Leiden deines Herrn.
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Der dritte Gegenstand, mit welchem der Mensch sichf öfters und ernstlich in seinen: Gemüthe beschäftigen soll,
j wenn er dem Ziele sich nähern und zu Gott kommen
i will, ist Christus nach Seiner Gottheit. Ist es dem
Menschen durch reife Erforschung seiner selbst einmal klar! und deutlich geworden, wer er sey, und hat ihn diese Er-kenntniß seiner selbst zur Besserung und Ablegung seinerSünden und Gebrechen und seines sträflichen Wankelmu-thes gebracht, hat ihn die ernstliche Betrachtung des Lei-dens Seines Herrn auf den Weg der Tugend geführet, hater das Wesen der Tugend ergriffen und begriffen, dann ister ausgegangen aus seinem bisher befangenen Selbst, jetztvermag er, Gott zu schauen in Seiner wahren Wesenheit.In dieser Schaumig gehet er in Gott ein und vereinigetsich mit Ihm, ja Gott Selbst führet den Menschen mit SichSelbst in Sich Selbst ein, und so ist ihm ein ewiges Ein-gehen und Seyn in Gott geworden. Er ist gnadenvoll, erist gottvoll, sich selbst hat er verloren, er weiß nichts an-deres, als Gott, er ist von Gott ganz umgriffen, er istuntergegangen in dem grundlosen Meere der Gottheit, erlebt und webt in Ihm, wie der Fisch im abgründlichenMeere, und wie das Meer den Fisch umgriffen hat, so ist