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Johann Tauler's Nachfolgung des armen Lebens Christi
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unterlassest du das, so bist du auch Sei» Diener nicht undsollest und wirst auch nicht mit Ihm seyn.

§. 63 .

So käme also niemand zu Gott, als nur der, welcher,wie Christus, allen Dingen entsaget und ganz und garso lebet, wie Christus gelebet hat? Diese Frage will ichdir beantworten: Christus ist ein für allemal,und ewig das Ziel aller Menschen! Wer diesemZiele am nähesten kommt, der kommt auch Gott am nä-heften. Einige streben nach diesem Ziele mit guten undfrommen Werken, aber alles geben sie nicht auf; je na-her sie nun diesem Ziele kommen, um so näher kommensie Gott, und jeinehr sie sich üben in guten Werken undin Bekämpfung und Ablegung der Sünde und des Bö-sen, um so näher kommen sie zu Christus; je mehrereder Tugenden, je näher zum Ziele, je wenigere derselben,je entfernter von Ihm; die Sünde aber entfernet ganz vonChristo. Es ist hier die Rede vom Nahe- oder Näher-seyn dem Ziele, aber noch nicht vom Einsseyn mit demZiele, Christus. Zu diesem Lctztern gelangt nur der,welcher ganz ausgegangen ist von sich Lurch wahre Ar-muth des Geistes nach außen und innen, und sich gr-übet hat in allen guten Werken und Tugenden, wie derMensch Jesus Christus Selbst; der nur kommt in dasZiel, wird Eins mit Christus, und wo Er ist, daist auch er mit und in Ihm; nur der völlige Ausgangaus sich ist das völlige Eingeben in Christus. Nahekommen dem Ziele, mehr oder weniger, wird jeder, derGutes thut, dabei aber noch in gewisser Anhänglichkeitan Etwas klebet, nahe, sage ich, dem Ziele Christus;aber finden wird er Ihn nicht, wie der, welcher dasganze Kleid Christi in wahrer Nachfolge Seiner trägt.Hat ein Herr viele Diener und Knechte, so wirst du die,welche ihm seine liebsten sind und die er zu seiner näch-sten Umgebung wählet, gar wohl an ihrer Kleidung vorandern erkennen können, du wirst in ihren Händen dieWaffen ihres Herrn erblicken; ein offenbares Merkmal,