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Zwei, sie sind Einer geworden! H Gottes heiligerWille ist ihr Wille, jedes strebet und trachtet darnach, ihnnach Möglichkeit ganz zu erfüllen. Diese Vereinigung bringtBeide zur gänzlichen Entsagung alles Irdischen, zur voll-kommenen Selbstverläugnung, der äussere Mensch, hinge-geben dem Geiste, und der Geist an Gott; wäre das nicht,hinge der äussere Mensch mit seiner Neigung noch einemzeitlichen Gute an, dann wäre die erstgenannte Vereini-gung des äuffern mit dem innern Menschen, und dieses mitGott nicht möglich, da käme nie Friede zu Stand, Kampfund Krieg, Befehlen und Widersprechen zwischen Geist undFleisch würde nie aufhören. Soll also zwischen dir undGott, wie oben gesagt, wahre Freundschaft gegründet undgestiftet werden, willst du ein Geist werden mit Gott,laß die Liebe alles Erstgesagte in dir vollbringen, laß dieLiebe alles Gott hin und aufopfern: denn die Gabe stif-tet Freundschaft, sie verbindet den Freund mit dem Freunde.
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Wendest du ein und sagest: wenn es Pflicht des Voll-kommenen senn soll, auch dem Leibe nach dem Irdischen —bis auf die bloße, wahre Nothdurft hin, zu entsagen;warum spricht denn Christus nur die geistig Armen seiig,da Er sagt: „Selig sind die Armen im Geiste?" HätteEr nicht sagen müssen : Selig sind die Armen im Geiste undam Leibe? — Ich antworte: der Mensch bestehet aus Leibund Seele, diese zwei machen einen Menschen aus; wirdnun dem Menschen von Christus Seligkeit zugesprochen,so kann diese doch ja nur dem Geiste zugehören, als deinedelsten Theile des Menschen, der allein der Seligkeit fähigist. Hätte Christus gesprochen: Selig sind die Armen amLeibe, dann könnten wohl auch sündhafte Bettler seligseyn und alle Reichen wären verdammt, was doch falschund unwahr ist. Darum kann es nur eine Seligkeit fürdie Armen im Geiste, folglich für Alle, die es sind, geben,
) >. Tor. 6 16-