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haben? wie sehr hindern zeitliche Dinge die Erkenntnißder Wahrheit? wie sehr löschen sie aus das Feuerder göttlichen Liebe? Und zweitens, hat cö denn nichtChristus gelehret und befohlen: ,, Gebet Almosen, so sindeuch alle Dinge rein." Du hast dich wohl schon aufmancherlei Weise durch Besitz und Gebrauch zeitlicher Dingeverunreiniget; willst du wieder rein werden, gieb von die-sem Zeitlichen! Die Liebe im Almosen reiniget und heiletdie Wunden, die das Zeitliche in deine Seele geschnittenhat, und ist es denn nicht das ausdrückliche Gebot desHerrn, der da sagt: „ Wie ihr wollt, daß Andere euchthun, so thuet ihnen auch, so erfüllet ihr den altenund neuen Bund Gottes mit den Menschen." For-dert es nicht laut die Liebe bei Johannes H: ,, Wer zeit-liche Dinge hat (heißt es dort) und siehet seinen BruderNoth leiden, und er verschließet sein Herz vor ihm, wiemag da göttliche Liebe in ihm seyn?" die göttliche,wahre Liebe kann und wird nur wirken. Der heilige Gre-gorius sagt: Große Liebe wirket große Werke, und dienicht so wirket,, ist keine göttliche Liebe. Ist dir derSpruch nicht bekannt: Große Liebe und ein Sack vollGeldes mögen kaum mit einander bestehen? Drittens:Die Liebe ist ein Feuer, die alles Vergängliche verzeh-ret, ächte Liebe entspringt nur aus einem freien, entle-digten Herzen, oder sie führet gewiß dahin; so war Pau-lus. In ihm entbrannte dieses göttliche Feuer, da ersprach: „Ich habe alle Dinge geachtet als Mist." Hatdieses göttliche Liebefeuer sich in der Seele entzündet undsie ganz ergriffen, dann wird auch der Leib ihr dienstbar,sie wird seine Gebieterin und er gehorchet ihr, wenn sieibn zur Entsagung und Verzichtleistung auch des Aeufser-licken — bis zur Beschränkung auf die bloße leiblicheNothdurft — treibet; denn nun kann sie ihm ferner nichtgestatten, daß, da sie innen geistlich geworden, er äus-serlich noch dem Vergänglichen und dem Ueberfluffefröhne. — Ob es ihr aber gelinget? Spricht nicht Pau-
' *) Ich. 3, -7.