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Das Dritte/ was Freundschaft stiftet, sind Ga-ben und Geschenke. Die Gabe machet uns gottgefäl-lig, und Christus ^agt ch: „Gebet Almoien, so sind euchalle Dinge rein." Reinigkeit ist Gott-Aehnlichkeit, wodenn Gott Achnlichkeit Seiner findet, da muß Er lieben,und so macht die Gabe den Menschen zum Freunde Got-tes. Willst du sie kennen, die Gabe, die Gott von demMenschen verlangt? Dich selbst will Er, dich selbst sollstdu Ihm geben, das ist wohl die edelste Gabe, die dugeben kannst; giebst du dich selbst, dann giebst du GottAlles: denn der Mensch ist alle Dinge, und du bedarfstzum Opfer keiner anderen Gabe weiter. Er sagt dir dasdurch Salomon, da Er spricht : „Mein Sohn, giebmir dein Herz."
Wenn nun, konnte man fragen, der Mensch selbstGottes größtes und liebstes Opfer und die schönste Gabeist, so ist es ja unnöthig und unnütz, andere Dinge nochgeben um Gottes Willen? Es ist denn doch nicht un-nöthig, ja vielmehr nützlich, und zwar auf dreifache Weise,aus Liebe Gottes auch andere Gaben zu reichen. Erstenszwar: der Mensch ist geschaffen für Zeit und Ewigkeit,Zeit und Ewigkeit stehen sich einander entgegen, wer dasEwige will, verliere und vertiefe sich nicht im Zeitlichen;hast du nun des zeitlichen Gutes viel, so ist es Pflichtfür dich, aus Liebe Gottes davon mitzutheilen. Das wirstdu auch thun, wenn du nicht daran haftest und hängest;wäre das, so entferntest du dich von der Ewigkeit: dennAusgehen von den zeitlichen Dingen ist ein Eingehen indie ewigen. Je mehr du hast und je stärker du daranhangest, um so weniger wahren Seelenfrieden wirst duhaben. Wie unstät ist die Zeit, wie mannichfaltig dieZufälle und Ereignisse in ihr; lassest du diese Dinge alleauf dich einwirken, sprichwie kann deine Seele Frieden
Luc. ii,
**) Spruchiv. 2? . 26.