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Johann Tauler's Nachfolgung des armen Lebens Christi
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Bildern, dieser Lust der Natur sich hingicbt, dann nahetsich ihm der Versucher, schiebt ihm ein feindliches Bildvor, was denn seiner Sinnlichkeit sehr schmeichelt undihm viele Lust bringet; folget er nun diesem Sinncnspiele,und erlustiget sich dessen, dann gehet die natürliche Vor-stellung in eine teufelische über; widersteht er diesem aberund entsaget dieser lästernden Begierde, so umgiebt ihndas cngelische Bild und er ist für den Augenblick gebor-gen, aber nicht lange: denn Satan mischet sich auch dareinund nimmt die Gestalt des guten Engels an; als solcherratbet er dem Menschen übertriebene Schwächung seinerNatur, bis zur völligen Vernichtung des leiblichen Lebens,ratbet ihm zu unmöglichen, ihn ganz zerstörenden Dingenund Unternehmungen; zu Grund richten vor der Zeitmöchte er den Menschen, zum Selbstmörder ihn machen.So mischet der Versucher seine schädlichen und verderblichenBilder und Vorstellungen in jene der Natur und des gutenEngels, er — der als schlauer Betrüger jede Gestalt an-zunehmen weiß, und sich so gerne, um so sicherer zu ver-fuhren, in die Gestalt eines Engels des Lichtes verstat-tet. Hältst du aber Maaß und Ziel in allen Dingen,hast du. in wahrer Armuth des Geistes, entsagt allerirdischen Lust und bethörenden Neigung, dann können undwerden weder natürliche noch satanische Vorspiegelungenund Bilder dich irre machen; einfallen, entstehen zwarkönnen und werden sie in dir, aber bestehen wirst du sienicht lassen, dein guten Bilde des guten Engels wirst dutreu bleiben, der dich durch alle Tugenden hin zu Gottführen wird. Dieser Lehre widerspricht nun meine Ein-gangs vorgetragene Behauptung, daß ein wahrer Gei-stesarmer erhaben sey über alles Erschaffene, es seyenEngel oder Menschen, und er einzig in Gott ruhe, folg-lich auch erhaben seyn müsse über alle Bilder der geschaf-fenen Dinge, gebe sie ihm nun der Engel oder sonst einGeschöpf, keineswegs; wir müssen nämlich diese Erhaben-heit des ächten Geistcöarmen in zweifacher Hinsicht be-trachten, einmal nach den obersten und höchsten Kräftendes Geistes, worin das Ebenbild Gottes bestehet, und