das andercmal nach den niederen Kräften der Seele, diedie Führer des Menschen sind in der Zeit. In erstererRücksicht ist der wahre Geistesarmc wirklich erhaben überalles Geschaffene und über alle Bilder desselben, woherimmer sie kommen, ihrer aller muß er ledig und entbil-dek seyn; in ihm wirket einzig Gott, und er laßt einzigGott in sich wirken unter Ausschließung aller Bilder, weilGott in solchen nicht wirket. Er wirket vielmehr we-sentlich, und jedes Bild würde dieses Wirken Gottes hin-deren. Betrachten wir aber den Menschen nach den nie-derern Kräften seiner Seele, dann sind ihm Bilder undVorstellungen unentbehrlich, ohne sie würde er nichts un-terscheiden und nichts gehörig ordnen können; nur abergute, wie wir sie oben nannten, englische Bilder, soller haben und diesen sich hingeben, um überall das Wahre,Rechte und Gute zu thun, nicht eingehen damit in sich,und in Eigenliebe darin befangen bleiben, Führer zuGott sotten sie ihm werben und seyn.
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Endlich der vierte, den Menschen anregende und inihm sprechende Geist, ist der unerschaffene, höchste, gött-liche Geist. Sein Sprechen ist ein reines, unverhüll-tes Schauen, eine klare Offenbarung der göttlichen Wahr-heit; die den Menschen sich selbst entrücket, ihn über sichselbst, über alle Bilder, Kräfte und Sinnlichkeit erbebet,und ganz und blos ihn in Gottes Wesenheit einführet.Nun erkennet und verstehet der Geist seinen ursprünglichenAdel und seine wahre Würde: denn Gottes Herrlichkeitgehet in ihn ein, sein Geist wird geeiniget mit dem gött-lichen Geiste, jetzt ist's erfüllet, was Paulus sagt: „WerGott anhanget, wird ein Geist mit Ihm." Dieses Gott-Anhangen ist nichts anderes, als das Ausgehen aus sichselbst, aus der Geschaffenheit und Zcitlichkeit, und einEingehen und Versinken in das Urreine und Ursprüng-liche, wo der Geist sein ihm unauslöschlich und unvcr-tilgbar eingedrucktes göttliche Ebenbild findet und erkennet,und dieses Ebenbild nimmt Gott an und einiget es mit