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Menschen nichts ab und nichts geradehin beitragen; dennvon dieser natürlichen Kenntniß quellet nicht das ewigeLeben, sondern von der Erkenntniß Gottes; sie sind aberauch nicht böse: denn man sündiget damit auch nicht,gut aber können sie werden, wenn sie der Mensch alsHandleitung zur Tugend oder zur Gotteskcnntniß ge-brauchet. Natürliche Wahrheit ist demnach das Ken-nen und Unterscheiden der Dinge, die an sich weder gutnoch böse sind. Göttliche Wahrheit hingegen ist einreines Auffassen und Erkennen ewiger Dinge, wozu ihmkein Bild weder nöthig, noch dienlich rst: es ist ein inne-res, höchst seliges Befinden, ein geistlich esEr-fahren und Innewerden, was Gott und Kreatur,was Zeit und Ewigkeit, was rein und unrein, wasSünde und Tugend, was Mannichfaltigkeit oder Viel-heit und Einheit und Einfalt, was Nutzen und Schade,was böse oder gut ist. Fragst du, ob und wie dieser Un-terschied möglich sey, ohne Bild und äußerliche Aehnlich-keit? Ich sage dir in Wahrheit, Menschen, die von Gottinnerlich berühret werden oder sind, erkennen das Allesohne Bild, und es offenbaret sich ihnen, ganz unbildlich,in einem reinen Befinden und einem seligen Erfahren.Denn der Mensch, in völliger Verläugnung seiner selbstund aller irdischen Dinge, einzig zu Gott gekehrt und inIhm ruhend, lernet in Ihm ohne alle Bilder, wie süßeund lieblich Gott, und wie bitter und herbe alle Kreatursey; zeige ihm nichts in Bildern, in mancherlei Formenund Vorstellungen, das göttliche Bild und die göttlicheeinfache Form offenbaret und lehret ihn Alles. Diese Ver-kündigung und Offenbarung Gottes ist nicht in Mannich-faltigkeit, sie geschieht in der einfachsten Einheit; darumheißet sie göttlich, denn sie ist Gott ähnlich. Und so wieGott alle Dinge in Sich in einem einzigen einfachen An-blicke Seiner Selbst, ohne alle geschaffene Bilder, erken-net und schauet, so erkennet gewissermaßen ein göttlicherMensch in einem reinen Jnnebleiben in Gott alle Dinge:denn wer Gott verstehet, der verstehet alle Dinge. Die-ses Verstehen und Kennen Gottes ist nichts anderes, als