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Johann Tauler's Nachfolgung des armen Lebens Christi
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aber der Mensch in dieser Verherrlichung seiner Natur,seiner selbst anhebend, hin zu Gott und schauet an Got-tes Herrlichkeit, Macht und Erhabenheit, dann wird leinnatürlicher Adel umkleidet mit dem göttlichen, seine Na-tur, vereiniget mit der göttlichen, wird unsterblich, unwan-delbar; denn Gottes Licht, Leben und Wahrheit strömtauf ihn über, was alles Gottes Werk an ihm ist. WieAdams Geist auf der höchsten Stufe seiner Natur stand,erkannte und verstand er alle erschaffenen Dinge, unddas war die höchste Freude seines Dafcnns, und das istauch jetzt noch jo. Ist des Menschen Geist entkleidet vornGebrechlichen und Zufälligen, und gekommen zur Kennt-niß des Wesens der geschaffenen Dinge, da erkennet undverstehet er gar viele natürliche Wahrheiten, was ihnhoch erfreuet und entzücket; dies sieht er als übernatür-liche Wirkung der Gnade an, was bloße Natur ist, sonimmt er Natur für Gnade. Aber wie dem Menschen-geiste, der erhaben ist über sich selbst und über alle Dinge,lebend und schauend in Gott, auch göttliches Licht, Lebenund göttliche Wahrheit zufließet; so erhält auch der natür-liche Geist, stehend auf seiner bloßen Natur, natürlichesLicht und natürliche Wahrheit. Um nun unterscheiden zukönnen zwischen natürlicher und göttlicher Wahrheit, müs-sen wir Folgendes bemerken: natürliche Wahrheit entste-het, wenn der Mensch unter vielen und mancherlei Dingenvernünftig unterscheiden kann; dazu bedarf er denn Bll-der, um sie mit einander vergleichen zu können, und dasherauszubringen, was der Wahrheit am ähnlichsten ist,denn ohne Bilder kann der Verstand nichts erkennen;diese sammelt er sich nun, und so erkennet er jedes nachseinem Bilde und seiner Aehnlichkeit. Sind nun aber dieseBilder und Vorstellungen böse, so urständen sie auch vondem bösen Geiste; sind sie weder gut noch böse, dannsind sie von Natur; die guten kommen vom Guten, dieböstn, zur Sünde reißenden, oder Gelegenheit und Ur-sache dazu gebenden, sind vom bösen Geiste. Sind sie aberblos auf Erkenntniß natürlicher Dinge gerichtet, dann sindsie gleichgültig, weil sie zur wahren, ewigen Seligkeit des