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diesem gefährlichen Versuche, und wirst von sich diesen thö-richten Wahn und kehret ein in sich und erkennet, wer erist und wie er gar nichts Gutes vermöge ohne Gott, undgiebt dann Ihm allein die Ehre und den Ruhm; dann kommter, in tiefem demüthigen Gefühle seiner Aermlichkcit, inden Grund der Demuth, und hier musi der Versucher vonihm weichen, er kann ihm ferner nicht mehr schaden, dennin den tiefen Grund der wahren Demuth steigt der stolzeGeist nicht hernieder, und so ist er seiner bösen Anfälleledig. Eine feste, unüberwindliche Burg ist die Demuth,angerennet mag sie wohl werden, aber nie überwältiget,trittst du heraus aus ihr, dann stehest du bloß dem Feinde,in ihr bist du unüberwindlich; sie hat einen tiefen Grund,was du auf ihn bauest. Las bestehet, ohne diesen Grundist das ganze Gebäude zerbrechlich; habe Demuth von Her-zen, und du hast dem Teufel jede Waffe genommen. Diewahre Armuth ist wahre Demuth; wer vermag, den zuberauben, der längst Alles abgegeben hat? Ihm ist viel-mehr alles, was ihm widerfährt, forderlich zu Gott, jaselbst Satan, wenn er schaden will, muß nützen. Sonützte er und förderte Paulus, obgleich er ihm Faustschlägegab; er brachte ihn in wahre Demuth, die aus ihm rief:„Die Tugend wird durch Schwachheit stark."
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Der zweite, den Menschen ansprechende und anregendeGeist ist der natürliche, er spricht zu dem Menschen inBildern, Gestalten und Formen, durch sie lernet er diegeschaffenen Dinge unterscheiden; ist er durch alles Zu-fällige hindurch gedrungen, und zur Kenntniß des Wesensder geschaffenen Dinge gekommen, dann stehet er in demhöchsten Adel seiner Natur. Bleibet er nun, befangenin sich selbst, mit Wohlgefallen sich anschauend in seinerHerrlichkeit, auf sich stehen, dann wird er auf diesernatürlichen Höhe nicht lange bestehen, er wird fallen,fehlerhaft, irdisch und vielfach gebrechlich werden, dennkeine geschaffene Natur vermag in die Länge ohne Ge-brechen und ohne Veränderung zu bleiben. Wendet sich