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Johann Tauler's Nachfolgung des armen Lebens Christi
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wahre Grund getrübet, aus dem die wahre Freude alleinnur entstehen kann!

§- 51.

Ferner lehret die Gnade den Unterschied derGeister. Diese Erkenntniß ist eine vorzügliche Gabe derGnade, und sie ist dem nach Vollkommenheit strebendenMenschen nicht nur sehr nützlich, sondern wirklich sehrnothwendig, der Herr giebt sie nur Seinen Auscrwähltenund Geliebten. Es sind aber die Geister vierfacher Art,die in dem Menschen sprechen und ihn innerlich anregen;sie gehörig zu kennen und zu unterscheiden, dazu gehöreteine große Erleuchtung, welche die Gnade nur giebt.Der erste ist der böse Geist, der im Innern spricht,welcher den Menschen entweder zur Sünde reihet, oderihm gewisse Tugenden vorspiegelt, oder gar zur Vollkom-menheit hinführen will. Findet er den Menschen zurleiblichen Wollust geneiget, dann stellet er die Sünde undböse Lust in reitzendsten Bildern ibm vor, er meinet inihr die höchste Lust und Freude des Lebens zu finden;weil nun das Fleisch ohnehin zur Wollust geneiget ist,und der Geist, getrübet durch die böse Anregung, sichgegen das Fleisch geneigt erzeiget und der Leib der Lustohnehin nachhängt, so fallet der Mensch und er falltschwer und ergiebt sich der Sünde entweder äusserlich,oder innerlich. Behauptet aber der Geist seine Herrschaft,und der Leib erkennet sie gehorchend an und will nichtsündigen, dann schlägt der böse Geist mit dem Menscheneinen andern Weg ein, er sucht ihn irre zu machen imGlauben; denn kämpfen muß einmal der Mensch! Käm-pfet er nun gegen den Versucher, Gott anflehend und Ihmvertrauend, daß Er ihn stärke und rette, und besieget denVersucher, dann gestaltet er sich sogleich in einen Lichtengelum und rathet zur Tugend-Uebung; diese Uebung aber istüber die Kräfte seiner Natur, z. B. übermässiges Fa-sten, Beten und Wachen und dergleichen. Der verderb-liche Geist will nämlich die Natur des Menschen zerstö-ren, ihn in Krankheit oder gänzliche Sinnlosigkeit stürzen,