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Johann Tauler's Nachfolgung des armen Lebens Christi
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so böse und verderblich, sie machet die Engel zu Teufel, dieMenschen zu Gesellen derselben.

§. 50 .

Wüßten und verstünden die Sünder, die so sicher zumScheine dahin leben, wie viel des wahren Gutes ste ent-behren, sie würden eher grosse Pein leiden, als sündigen'wollen; die Sünde raubet dem Menschen alles; obgleicher, in Blindheit und Sinnenrausche befangen, das nichtweiß noch ahnet. Es wäbnen die üppigen Reichen undSchweiger, ihnen sey gar wohl, sie fühlen kein Webe,denn ihr Verölender und Rathgeber ist der Teufel; seinbesonderer Rath gehet auf Unzucht, und obgleich er diesesLaster selbst von seiner Natur her hasset und den Unftathd eser Schande selbst nicht ansehen mag, so treibet und reiheter denn doch dazu hauptsächlich an, weil der Mensch durchdiesen Gräuel seine Natur und seine menschliche Würde amtiefsten entehret;— geile nur, das thut auch der Hund.—Sind nun die Sünder so blind und machet die Sünde soblind, so ist es ja wohl eine große Gnade Gottes, wennwir durch sie erkennen den großen Schaden der Sünde, dennur vor allen der reckt erkennet, der selbst ehemals Sclaveder Sünde war, nun aber durch die erbarmende Gnadeihres Iocbes entlediget, zu Gott zurückgekommen ist: wohlwette es ihm Höllenpein, sollte er zurücktreten in den altenSündenstand, hat er doch jetzt der Wonne und Seligkeit soviele, mehr, kenn alle Sünder je gewonnen oder sich erträu-met haben, seine Arbeit ist ihm süßer, als die Ruhe dem Sün-der, die er denn doch nicht hat, er mühet sich immer undruhet nimmer, und doch ist sein Mühen fruchtlos und eitel.Dagegen lebt der Gott Ergebene in süßem tiefem Seelenfrieden; nickt, daß er müssig und träge ist, seine Arbeit istRuhe, er hat, nach dem Ausdruck der Schrift, in allenDingen Ruhe gefunden: den Sünder aber beunruhigen alleDinge, er ist nie recht froh, er esse, trinke, schlafe, wache,allemal gehet ihn ein peinliches Gefühl an; heuchle er äus-serlich Freude, wie und so viel er will, es ist keine wahreFreude in ihm, ist ja in ihm die ächte einzige Quelle, der