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Johann Tauler's Nachfolgung des armen Lebens Christi
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sich ihr erst zugesellet, die nicht ursprünglich in ihr ist, dieerst zufällig sie befallen hat, was die eben auch wieder hin-zukommende Tugend wieder bessern und ordnen, und diezufällig gebrechlich gewordene Natur in ihren wahren Ur-sprung und zu ihrem ächten Wesen zurückfuhren kann, sowie im Gegentheile nur die Sünde die Natur verdirbt, sievon ihrem Ursprünge ferne hält, und nacht zu ihrem ächtenWesen kommen läßt. Steht der Mensch in seinem Ursprünge,d. i. in seinen; wahren We<cn, dann wirkt er von Naturweit eher und lieber das Gute und die Tugend, als dasBöse, denn Tugend befestiget die Natur, die Sünde ent-würdiget und zerstöret sie.

Die Wahrheit dieser Behauptung können wir selbst anden Heiden erkennen; die Guten und Weisen unter ihnenwirkten Gutes, und verabscheuten das Böse und Schlechte,geleitet von der wahren Natur; in dem Lichte der Naturerkannten sie, daß das Laster und das Böse die menschlicheGlückseligkeit störe und hindere; Einer derselben spricht 'ch : Erkennten auch die Götter meine Fehler nicht. würdensie selbe auch nickt strafen an mir, dock wollte ich sie lassen,einzig ihrer Häßlichkeit wegen." Das Einzige, was an deinnatürlichen Menschen getadelt werden kann und muß, istihre eigcnlicbige Selbstgefälligkeit, ihr Alles auf sich Bezie-hen, ihr Befangenseyn in ihrem geliebten Ich; da hastetder Schade und das Uebel, hierin werden sie Lucifers Ge-sellen, der wohl in seinem natürlichen, ursprünglichen, ihmvon Gott anerschaffencn Adel ein hehres, herrliches Ge-schöpf war, wie er aber anfing, mit Eigenliebe undSelbftgcfallen an sich in sich einzugehen, dann fiel er, derEngel, und wurde Teufel. So auch der Mensch: hält ersich, unbeweglich stehend, in seiner ihm von Gott gegebe-nen Natur, dann ist er ein erhabenes, reines Wesen,huldiget er aber der Eigenliebe, und führet die ihm gewor-dene Natur-Ehre aus sich ein, so entsagt er seiner Natur,und gesellet sich dem Teufe! zu. Darum ist die Sünde

*) Smeka.