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in der Schrift ist aus dem heiligen Geiste, sollst und willstdu nun dieses Wort recht verstehen, so mußt du erlcuch-tet seyn mit dem Lichte des heiligen Geistes, begabt seynmit Seiner Gnade. Sprichst du: es sind ibrer aber dochViele, an denen man gerade keine Gnade Gottes, nochweniger ein beüiges Leben bemerket, die da auslegen undverstehen wollen die heilige Schrift? das ist wahr: aberihr Verstehen ist auch nur ein natürliches, ein äusseres-ein sinnliches, den Grund haben sie wohl noch nicht er-schauet, dahin führet nur die Gnade des heiligen Geistes,dazu befähiget nur ein frommes und heiliges Leben, nur dasLicht der Gnade, keineswegs das Licht der Natur giebtden wahren Verstand der heiligen Schrift, dessen aber istnur der wahre Gcistesarme, dieser Begnadigte empfänglich,ihm giebt Gott das ächte Verständniß Seines Wortes, wieChristus gesagt hat : „Den Armen soll das Evangeliumverkündet werden"; denn sie allein verstehen es recht. Wirsehen das an den Aposteln: sie verkündigten dem Volke dasEvangelium und bekehrten selbes und gewannen es Christo,wahrlich nicht durch ihren behenden natürlichen Verstand,durch Witz und Vernunftschlüssc; es war die Kraft ihresreinen, alles ungöttlichen entledigten Geistes, mit diesemüberwanden sie Alles, durch ihn erkannten sie Alles. DieGnade fliestet und kommt von Gott, sie giebt sich aber nurdem Herzen ein, das leer und entlediget ist von allem,was Gott nicht ist. Wenn nun, wie es wahr ist, die hei-lige Schrift allein verstanden werden kann durch die Gnade,und nur der wahre Geistesarme der Gnade Gottes empfäng-lich ist, so ist auch er allein vermögend, die heilige Schriftrecht zu verstehen. Das heißt nun nicht, daß er die Schriftverstehe, in so ferne sie durch menschliche Gelehrtheit, Wis-senschaft und Sprache erkläret werden kann, sondern ichmeine hier das Wesen, den Geist und die Wahrheit, diein der Schrift ist, und wegen welcher alle Schrift da ist; sieverstehet der Geistesarme, denn er ist eingedrungen in dasWesen aller Wahrheit, er bedarf nicht erst der Deutungen
Matth. ii, S.