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muß gelten. Ehret man sie, sie nehmen die Ehre alseinen schämigen Zoll dahin, sind sie ja, in ihrem Wahne,aller Ehre und Achtung werth, ein Dummkopf wäre der,der Andere ihnen vorzöge. In dieser Weise nun ist natür-liches Wissen und Erkennen gewiß schädlich. Würde es aberbesser angewendet, und nicht auf das eitele, liebe Selbstbezogen, dann wäre es wohl die erste Stufe, auf welcherder Mensch zur wahren Selbstoerläugnung und freier Ent-ledigung aller Dinge gelangen könnte und würde, ja erkäme leichter und gewisser zur Kenntniß der göttlichen Wahr-heit, als ein Anderer, der solcher natürlichen Wissenschaftermangelt; denn was der mit großer Muhe und Arbeit,und doch nur ferne suchen muß, das findet der natürlichGebildete in der Nähe, ohne sonderliche Mühe, in sichselbst. Eine wohlgeordnete Vernunft ist eine große Vor-bülfe, zu Gott zu gelangen; ist sie aber ungeregelt und vollEigenliebe, dann ist ihr Abfall größer, ihr Jrrgang schäd-licher und gefährlicher, als der eines unwissenden Menschen.Das war der Fall Lucifers, des edelsten Naturgcistcs, dersein Wissen nicht auf Gott, nur auf sich bezog im Hoffartund Eigenliebe: er, der erhaöenste der geschaffenen Gei-ster, war deshalb auch der Erste im Falle; und das ge-schieht noch an den Menschen. Darum ist die Armuth desGeistes so gar edel und nützlich, nur durch sie besteht derMensch, nur in Entledigung Seiner und aller Dinge wirder vom Falle bewahret.
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Das zweite Erkennen des Menschen geschieht durch dieGnade. Die Gnade nämlich läßt ihn den rechten Unter-schied un d die Wahrheit in der heiligen Schrift erkennen,sie befähiget ihn, ihren ächten Sinn zu erfassen, so daßer das, was er in ihr liefet, höret und sieht, nicht nurverstehet, sondern auf die beste und vollkommenste Artverstehe. Dieses Verstehen nun und dieses Erkennen giebtihm die Gnade, er hat es nicht von Natur; die Naturist nimmermehr fähig, den Menschen in die ächte Kennt-niß der heiligen Schrift zu versetzen, denn Gottes Wort