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Johann Tauler's Nachfolgung des armen Lebens Christi
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Uebertritt er aber diese Mitte, so wirket er ungeordnet undunrecht. Beziehet er aber auch dieses natürliche nothdürftigeWerk in frommer Meinung auf Gott, so reiniget er das-selbe und veredelt es ; dadurch aber wird es rein und ver-edelt, wenn er seines Leibes Nothdurft aus der Wahrheitund dem heiligen Geiste nimmt: und zwar aus der Wahr-heit, daß er nur dann, und so viel nur nehme, wann,und wie viel seine Natur dessen bedarf hinsichtlich seinerVerhältnisse und seines Standes, nicht zur Ungebühr fürErreichung derselbe» sich bekümmere, noch Andere deshalbungestüm und ohne wahre Noth angehe, um so weniger,wenn er derselben nicht strenge bedarf, was Lüge wäreund Büberei. Auch aus dem heiligen Geiste und im heili-gen Geiste nehme und suche er seine Nothdurfi; er soll näm-lich nicht wollen, daß man ihm seine Nothdurft reiche ausnatürlicher Liebe und Neigung zu ihm, eines schmeichelndenWortes wegen, sondern wünschen und bitten soll er, daßeinzig der heilige Geist die Gabe der Liebe und der Noth-durft gebe, Er allein dazu treibe und bewege: so bleibetdas Werk rein, wird gcreiniget und veredelt durch sich selbst.Endlich gehöret zur Läuterung und Reinigung eines natür-lichen Werkes, daß der Mensch das, was er issrt und trin-ket, im heiligen Geiste verzehre: in seinem Herzen näm-lich soll unausgesetzet die Liebe des heiligen Geistes brennen,die leiblich genommene Stärkung ziehet nun gewissermaßender heilige Geist an sich, die Speise wird im göttlichenLiebefeuer verzehret und wird eine geistliche Speise; sowird dem Menschen statt der leiblichen Speise und Stär-kung, oder auch mit ihr eine innere geistliche Kraft, diehöher ist als alle leibliche Stärkung, und das sind dennrecht geistliche Leute, ihr Essen ist Gott angenehmer, alsdas Fasten Anderer, und wer solche speiset, der speisetGott, denn was sie essen und trinken, das verzehret dieLiebe Gottes in ihnen. Ein Glcichniß dessen finden wiran der Sonne; ihre Hitze ziehet alle Feuchtigkeit der Erdean sich, und trocknet selbe aus: so geschieht es auch hier.Leuchtet die göttliche Sonne in ein reines Herz, dann siehetsie alles, was im Herzen ist, an sich, das Herz erlechzet