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und wird gleichsam dürr, die leibliche Kraft schwindet, aberauch jede noch nicht reine Neigung, und die göttliche Liebebrennet es ganz rein. Wer nun diesen Menschen leiblichstärket, der stärket gleichsam Göttin einem Werke, woranEr Sein Wohlgefallen hat, und wodurch Er alle Dingezeitlich erhält; hörte Er nur einmal auf, auf die Erde sozu wirken, dann verginge alles, was auf Erde und inder Zeit ist. — Das ist doch wohl ein reines Wirken, dasaber dem geistig Armen allein zugehöres.
Z. 40.
Die zweite Weise des natürlichen Wirkens des Menschengeschieht durch die Sinne, durch sie sieht, höret, tastetschmecket er w. Diese fünf Sinne soll der Mensch soregeln, ordnen und leiten, daß sie ihm seine Reinheit nichttrüben, er vielmehr immer rein und lauter bleibe. Er haltesie stets unter dem Zügel der Bescheidenheit, und gestatteihnen nichts, als was die bloße Nothdurft erheischet; denn läßter sie über die Nothdurft hinaus sich erstrecken, dann brin-gen sie Zerstreuung ins Herz, machen es unlauter, underfüllen es mit Mannichfaltigkcit, so verlieret er die Ein-heit, und in ihr nur mag Reinheit bestehen. Will der Menschviele und mancherlei Dinge sehen und hören, wahrlich, derbleibet nicht rein, hängen ja doch die Seelcnkräfte zusam-men! Wirkt eine vorherrschend, dann störet und hin-dert sie die andere; ist das äussere Auge und Ohr zu sehrnach Aussen beschäftiget, dann ist das innere Ohr und Augegestöret und gehemmet, was gewiß verderblich ist. Deshalbgebrauche deine äusseren Sinne zur bloßen Nothdurft undniemals darüber, brauche sie einzig zur Ehre Gottes, nichtzu des Leibes Lust und Gefallen, so bleibst du rein, undGott wird und will einst Rechnung fordern von dir, welchenGebrauch du von ihnen gemacht habest, darum wende siegut und nützlich an.
Z. 41.
Das dritte natürliche Wirken des Menschen ist dasWirken des Geistes, er erkennet, liebet und erinnert