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Johann Tauler's Nachfolgung des armen Lebens Christi
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die der Herr in ihm würde gewirket haben; darum mah-net Pauluü:Euer Dienst soll bescheiden seyn." H

Z. 24.

Aeufferliche tugendliche Werke sind von Natur, näm-lich aus natürlichem Triebe, wenn der Mensch bei Wirkungderselben nur auf sich stehet, und im Werke nur sich mei-net, denn die Natur liebt und meinet allwege sich selbst;oder sein Liebedienst erstrecket sich nur über seine leiblichenFreunde, und dieses Wirken hat er denn mit Heiden undSündern gemein. Leisten reiche Leute sich wechselseitigTreue und Dienste, das ist denn eben auch sehr natür-lich, denn Gleiches liebt seines Gleichen. Darum hängesich doch ja, der geistig arm seyn will, an reiche Leute mitseiner Dienstsertigkeit nicht, er verrathet dadurch nur zudeutlich, daß er noch nicht aller Dinge entlediget sey undmit diesen Reichen noch in gewisser Gleichheit stehe; wäreer ganz arm im Geiste, er würde sich bei diesen nicht soviel üben, er würde alles bei ihnen darauf beschränken,ob seinen Dienst die Tugend fordere!

S. 25.

Aus göttlichem Antriebe geschehen endlich jeneäusserlichen Liebcswerke, wenn der Mensch, der Liebeerweiset, blos Rücksicht nimmt auf die Noth dessen, derseiner bedarf, sey es nun Freund oder Feind, ein böseroder ein guter Mensch, wer immer in der Noth ist, hatAnspruch auf unsere Liebe; so will und befiehlt es Chri-stusBittet für die, so euch verfolgen, thut Gutesdenen, die euch Haffen, damit ihr Kinder seyd eures himm-lischen Vaters, der seine Sonne läßt scheinen über dieBösen, und über die Guten." In diesen! Sinne gethan,ist jeder Dienst ein göttliches Liebewerk.

Röm. is, >.

Matth. S, 4445.,