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oder sonst verpflichtet ist; was er unterlasset oder nicht ver-mag, das wird es deshalb nicht schmähen, noch verachten,nickt für böse, vielmehr für gut halten, zumal alles gutist, waS die christliche Ordnung heischet. Und so bleibtdem achten Gnstesarmen bei allem Gehorsame und Erge-benheit an die Küche durchaus seine innere Freiheit.
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Auch die Uebung der ausser liehen Liebeswerke kann,wenn sie zur rechten Zeit und in gehöriger Absicht ver-richtet werden, der inneren Freiheit des Geistes nichthinderlich senn. Bedarf dein Bruder der Anweisung zurTugend, und er hat Niemand, der ihm dazu helfe,komme du ihm zu Hülfe, gehe aus von deinem Herzens-Kämmerlein, solltest du auch in dem Augenblicke in derhöchsten Schonung gestanden seyn; unterlassest du es, dannfehlest du wirklich: du hast ja das Beispiel und das hoheBild deines Herrn, wie Er Liebe, Hülfe, Beistandschenkte an seine Jünger und an so viele Andere; diesemBilde wirst und willst du doch folgen? auf die Liebeswcrkehat der Herr ja das ewige Leben gesetzct, und diese Werkeder Barmherzigkeit fordert Gott von einem Jeden. Tugend-leer seyn, heißt nicht frei und entäusscrt seyn; gerade dieHebung aller Tugenden, die von dir gefordert werden, ver-lässt zur Freiheit, und nur nach verrichtetem Liebeswerkegebest du ohne Gebrechen in dein Inneres wieder ein, undwirst darin den hohen Segen des Friedens, den die Liebegiebt, wahrnehmen.
§. 23 .
Doch sehe zu, welcher Geist dich zum ausserlichcn Werkeder Liebe treibe, ob der böse Geist, ob dein eigener Geist,oder Gottes Geist dich anrege? lerne aus ihren Wirkungensie alle drei erkennen. Treibt es dich aus deiner Jnwen-digkeit heraus, und hin zu reichen Leuten, ohne daß die Tu-gend deiner hier bedarf, oder dich fordere, ist es zu un-nützem Zeitvertreib, zum Wohlleben in gut Essen und Tritt,