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Johann Tauler's Nachfolgung des armen Lebens Christi
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der, und m diesem Gefühle der Niedrigkeit unterwirft er sicheinem Anderen, mehr vertrauend diesem, als sich. End-lich soll der Mensch sich den Geboten und Anordnungender heiligen Kirche unterwerfen, was sie befiehlt, das thueer willig.

§. 18 .

Indessen stehet der rechte, ganz Vollkommene, seinerselbst und aller Dinge Entledigte, der wahre Geistesarmeallerdings in einem andern Verhältnisse, als in dem soeben bemerkten. Er kann nämlich nicht, unter die Unwis-senden und Unerfahrenen, wie wir oben zuerst sagten, ge-zählt werden, er ist als entledigter und armer Mensch einreiner Mensch; wo diese Reinheit ist, da ist Licht, unddieses Licht, das ihm leuchtet, zeiget ihm auch das Verbor-gene und Unbekannte. Aechte Geistesarmuth ist ein reinesLiäit in sich selbst, in diesem Lichte erkennet und schauetder Mensch alle Wahrheit, und ihm ist'S nicht Noth, erstauszugehen, und zu suchen anderswo, was er schon in sichhat; dieses Ausgehen aus sich, dieses Suchen ausser sichkönnte ihn gar leicht abführen von seinem Mittelpunkte, ihnvennannichfaltigcn, und das Unmittelbare, in dessen Be-sitze er ist, durch Vermittelung anderweitiger Dinge, ihmtrüben und ihn zerstreuen. Er gehet vielmehr in sich, undbleibet stehen in sich, und findet hier volle Befriedigung; ist- er ja doch ausgegangen von aller Eigenheit seiner selbst,von der Befangenheit aller Dinge, und ist in Gott einge-gangen, Der Sich ihm hingab, wie wir oben zeigten; hater nun Gott, und ist er in Gott, so ist er auch im vollenBesitze der Wahrheit, die ihm alles Andere entbehrlichmachet.

§. 19 .

Ferner sagten wir, daß der Mensch sich unter dem Ge-horsam, unter die Leitung und Führung eines Andern ge-ben könne und müsse, um fähig zu werden, der Sündeund ihren Gebrechen nach und nach ganz abzusterben; das