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§. 15 .
Diese Freiheit nun ist eine allseitige Lauterkeit, eingänzliches Getrenntstem von Allein, sie reichet hin in dieEwigkeit; diese Freiheit ist ein von Allem entblößtes, ge-trenntes Wesen, solch' Wesen ist Gott, und Ihm alleinund ganz eigen; ein gleich bloßes, von allen Kreaturengetrenntes Wesen ist nun die Armuth, und so ist sie auchdie wahre Freiheit. Eine freie Seele hat allen gebrech-lichen und geschaffenen Dingen entsagt, sie dringt ein indas »»erschaffene Gut, das Gott ist, sie ist's, die da ge-winnet mit Gewalt, was Christus mit Gewalt zu gewin-nen verheißet, da er spricht H : „Das Himmelreich leidetGewalt, und die Gewaltigen reisten es zu sich." Nunist Gott der Seele Himmelreich, entsaget sie nun allenDingen, und hanget Gott allein an, so gewinnet sie Gottmit Gewalt; dieser Seele will und kann sich Gott nichtentziehen. Er muß und will Sich ihr geben, es ist ja SeineNatur, daß Er Sich gemeinsamet der Seele, die Seinerempfänglich ist. — Nun sind ihr alle Dinge gleich. Lieb'und Leid, Lob, wie Tadel, Armuth, wie Reichthum,Wohl, oder Wehe, der Freund, wie der Feind; Nichtsist ferner vermögend, sie anzuziehen, nichts kann sie wei-ter von Gott scheiden, nichts vermag ferner sich zwischenihrem Gott und sie zu stellen, recht wie Paulus spricht :„Wer ist, der da uns scheiden könne von Gott?" Viel-mehr ziehet sie alle Dinge hin auf Gott, und dringet durchalle Dinge frei auf ihren ersten Ursprung ein, sieerstrebet sich nicht nur die Tugend, sie gewinnet das Wesender Tugend, nichts bindet sie, aussek der Tugend, und zwarnur die höchste und reinste Tugend, und das ist nicht nurkein Band, es ist vielmehr die Art und Wirkung der Frei-heit, die nur dann wahrhaftig frei ist, wenn sie dasHöchste und Beste zu wirken vermag, und das Schlechtegänzlich dahinten läßt; denn Freiheit bestehet nicht in der
*) Matth. ii, i«.**) Mm. 6. 33.