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So man ihm aber gäbe, soll er annehmen? er sehe darauf,wer es giebt; ist der Geber selbst arm am zeitlichen Gute,jedoch reich an Liebe, die ihn alles hinzugeben, gleichsamtreibet, oder giebt man dir aus natürlicher Liebe, dannnimm in beiden Fällen nichts, vom Letzteren schon gar-nicht, laß ihn placken und sich balgen mit seinem Gute,bleib du ledig und frei. Ist ein Anderer indessen reich anGütern, aber arm an Liebe, er gäbe dir aber um Got-teswillen, und du bist augenblicklich der Gabe dürftig,nimm sie hin, und was über die beschwichtigte Nothdurstist, das vertheile an Andere; daß du hier der Gabe dichhingeben mußt, ist kein Hasten daran, sondern GottesWerk, Wille und Gabe.
Z. 12.
Fallet dir aber wenig zu, suche einzig deiner Noth-durst zusteuern, giebt man dir, nimm hin, bekommst dunichts, trage es geduldig, denn Mangel ist gar oft nutzer,als Haben; im Mangel lernt man sich besser kennen, alsbeim Haben, ersterer machet uns fähig, zu empfangenewige Dinge, leibliche Krankheit giebt gar oft geistliche Kraft,und diese übertrifft doch wohl jede leibliche; höre, wasPaulus sagt H : ,, Die Kraft wird vollendet in Schwach-heit. "
§. 13 .
Wende dich auch nicht zu reichen Leuten, sie ermangelngemeiniglich der vollen Liebe und Treue. Ich erweise dasdurch Folgendes: Ungleich sind sich schon der Arme und
der Reiche, nun liebet, wie bekannt, nur Gleiches seinesGleichen, zwischen beiden findet somit keine wahre, volleLiebe statt, sie ermangeln nämlich des Grundes, aus demächte Liebe und Treue sprosset. Der Reiche giebt seineGabe gewöhnlich aus einem gewissen Interesse, er möchtesich dadurch den Himmel verdienen , und die Hölle damitvon sich abwenden, dieses Hoffen und dieses Fürchten ist
2. Cor. 12, y.