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schied wohl nütze, und er kann dessen nicht entbehren,wenn er anders zum Besseren und Höheren kommen will;sobald aber der Mensch von dem Mannichfaltigen undVielen zum Emen, und Einfachen, zum Entwcrden Sei-ner gekommen ist, und so erlanget hat die wahre Armuthdes Geistes, dann muß er entsagen aller bildlichen Unter-scheidung, muß rein und entlediget von Allem, gleichsamals Einer eingehen in das Eine; würde er hier, setzt noch,hangen an Bildern und Formen, an sinnlichen Wahrnehmun-gen und Unterschieden, dann wäre er wohl noch gebrechlichund schwach, und entfernt von wahrer Armuth des Geistes. —Das Unterscheiden in Bildern und Formen, das Aufnehmender Dinge durch die Sinne ist dem natürlichen Menschen frei-lich nothwendig, er soll, und will etwas erlernen; auchweil der Mensch lebt in der Zeit, so muß er auch wir-ken mit der Zeit in seinem äußerlichen Leben, seiner Lage,und zeitlichen Verhältnissen, und daß er nicht stehen bleibeauf der Zeit, träge und unwirksam, vielmehr daran sey,seinen äusseren Menschen in Ordnung und Uebereinstim-mung zu bringen mit dem inneren: zu dem Allen verhilftihm eine vernünftige Unterscheidungsgabe. Endlich, auchdazu ist diese ihm nütze, ja nothwendig, widerstehen zukönnen sündlichen, verderblichen Einfällen, die den Men-schen so oft und so leicht befallen, und so sein Herz zubewahren vor Sünde und Unrath. Die wahre Vollkommenhcck, die wahre, reine Armuth des Geistes aber be-darf der Eindrücke, der Belehrungen durch die Sinnedurchaus nicht, sie erkennet nicht nach der Natur, sieerkennet Gott mit Gott, sie liebt Gott wegen Gott, ihrErkennen und Lieben ist einzig zu Gott gerichtet, darumist sie auch eine Aehnlichkeit Gottes, sie ist ein reines, ein-faches Wesen, eine Einheit, geschieden von aller Kreaturund Mannichfaltigkeit.
§. 6 .
Ja nicht nur arm am natürlichen Erkennen und Lie-ben Gottes muß ein ganz vollkommener Mensch seyn,will er zur innigsten Vereinigung mit Gott kommen, er