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eins würde, als sie damals war nach der Idee, dannkonnte sie traun! nichts verdienen, sie würde weder heili-ger noch seliger seyn, als ein Stein oder Klotz; denn ohneLiebe und Erkenntniß Gottes, ohne eigene Werke könnenwir nicht selig seyn; Gott aber würde nichts desioweniger* eben so selig seyn, als Er ist und von Ewigkeit war,uns aber würde das nichts helfen, darum ist diese Entle.digung und falsch genannte Armuth des Geistes nichts,als ein arger Betrug. Rusbrochs Schriften: Von dem ,Schmucke der geistlichen Hochzeit, 2teö Buch, S. 129.'
§. 4.
Da nun aber der Mensch Gott erkennen und liebensoll, wie kann ibm da noch Armuth des Geistes im Ewkennen und Lieben bleiben? Ich sage, sie bleibt ihm aller-dings, wenn er Gott erkennet mit Gott, wenn er Ihnerkennet und liebet, wegen Ihm, wenn sein Kennen undLieben nur zu Gott gerichtet ist, und nur dieses, sonst> kein anderes Kennen und Lieben Gottes, macht ihn selig,und giebt ewiges Leben; des Menschen Kennen Gottes inBildern, Formen und Vorstellungen, die ihm die Sinnezuführen, giebt ihm keine Seligkeit, das wäre bloß na-türliches Erkennen und Lieben, dessen muß aber derwahre Gcistesarme ledig, o. h. arm daran seyn, will erselig und ein wahrer Armer seyn.
Z. 5.
Nun könnte freilich die Frage entstehen: wenn ver-nünftiges Vorstellen in Bildern und Formen, die demMenschen die äusseren Sinne bringen, ihm nicht nur nichtdie Seligkeit bringet, ihn vielmehr an der Vollkommen-^ heit und wahren Geistesarmuth hindert, und er derenganz ledig und leer seyn muß, wozu sind sie ihm denngegeben, wozu ist ihm die Gabe der sinnlichen Unterschei-dung denn nütze? Ich sage: so lange das Viele und Man-nichfaltige noch auf den Menschen wirket, und er damitbeladen ist, ist ihm dieser bildliche und vernünftige Unter