228- Europa nud die Revolution.
rus, eifersüchtig auf seine Freyheiten, hat mit Rombeynahe öfter kn Zwist gelebt, als im Einverständ-nis;; und seit der Reformation hat ihre Episko-palkirche wieder das eine Element für sich genom-men, während die vielfachen diffentirenden Sektenmehr im andern sich gebildet. Wenn in derWissenschaft ihnen die speculatkve Höhe der Teut-schen verschlossen geblieben, und sie die analytischeFertigkeit der Franzosen nicht erreicht: so hat einoffener Natursinn und eine scharfe Beobachtungs-gabe sie zu den bedeutendsten Entdeckungen in denNaturwissenschaften geführt; in der Geschichte aberhaben sie mit großem Weltversiand zwischen derUeberschwenglichkeit der Teutschen und der leichtenfranzösischen Manier, eine bequeme Mitte aufge-faßt, in der sie viel Achtbares hervorgebracht. Wennihnen die Natur das Talent für die bildendenKünste größtentheils versagt zu haben scheint, sofind sie dafür mit einer wahren Genialität für diemechanischen ansgestattet, und sie mußten da-her in ihnen zur höchsten Meisterschaft gelangen.Die Redekunst, ihrer Natur nach schwebend zwi-schen Kunst und Wissenschaft, wie zwischen derIdee und dem Begriffe, dem inneren Gedankenund dem äußeren Leben, mußte aber darum gleich-falls als beynahe ausschließliches Eigenthum ihnenzu Theil werden, und sie haben diese Nationaldo-