II. Vergangenheit. i55
wachsender Tiranney die Feigheit zugenommcn,hatte seine Schlachtopfer allmählich zu völligen> Eunuchen des Willens herabgewürdigt, deren Trei-ben, zwischen Nichstthun und Dressur gethcilt, alleLasier eines geschäftigen Müßiggangs erzeugte, undin der Gesellschaft weiter verbreitete. Die Beam-tenwelt in dumpfer, dicker, ^ schwüler Stubenluftewig über Papieren und Schreibereyen brütend,hatte in gleicher Weise einen förmlichen Cretknismin sich entwickelt, der, alle höheren, geistigen Kräftestumpfend, die schleimabsondernden, drüsenartigeuThätigkeiten dafür bis zur Monstrosität steigerte.Das stets steigende Bedürfniß, durch muthwilligangefangene, meist von Weibern geleitete Kriegeherbeygeführt, oder durch jene sinnlose Verschwen-dung eines launischen Despotisms, der in seinenBauwerken selbst der widerstrebenden Natur gebie-ten wollte, veranlaßt, hatte das Finanzwesen zueinem Systeme der drückendsten Avanien gemacht,gehandhabt von jenen Generalpächtern, die überdie Gier der Gewalt hinaus, noch die eigene derNation aufluden. Alle Gcwaltthätigkeiten undSchelmereyen, hier unaufhörlich im Kleinen geübt,wurden endlich bey stets steigender Genialität indem Law'schen Papiersystem in eine einzigeStaatsbeutelschneiderey im größten Style ccntrirt,und das Vermögen der Nation, aber zugleich auch