iZ6 Europa und die Revolution.
alle Gefäße des früher trocknen, saftlosen Körpersfüllten sich reichlich; die Lebenswarme nahm zu inallen Theilen, es rundeten sich die Glieder, undes bildeten sich jene Ablagerungen aus dem allge-meinen Lebenssirome, die die Behaglichkeit desbürgerlichen Wohlstandes begründeten. Der alte,stehende Besitz war nun durch den neuen, fließen-den wandelbar geworden; und die erbliche Ehre,die auf jenem haftete, wurde eine persönliche, aufden jedesmaligen Inhaber des beweglichen Reich-thums lautend. Der Aristokratie, auf den Grundfundirt, stellte die des Goldes sich entgegen; deralten Patrimonialherrschaft das Bürgerthum, derstillen, ewig in sich gekehrten, kreisförmigen Be-wegung des Ackerbaus die kühnen, vielfach ver-schlungenen Linien künstlich mechanischer Gewerbe,und dem Ortssinne, den jene vorzüglich gepflegt,der Weltsinn, den der Handel begründete. Eineähnliche Revolution hatte die neue Waffenart, unddie darauf gebaute Kriegskunst im andern politi-schen Elemente hervorgebracht. Das ferntreffendeGeschoß forderte nicht mehr die Uebung eines gan-zen Lebens; da die Person in den zweyten Ranghinter das Werkzeug trat, mußte auch hier derMechanism bald die Persönlichkeit verschlingen.Wo aber allein die Masse gilt, war das Indi-viduum gleichgültig geworden, und jedes, was