wurden symbolisch gefaßt; Philosophie und Religion sindin ihrem tiefsten Grunde so ganz Eins, daß zu allen Zei-ten die Letztere eine Umdeutung oder Einkleidung von derErstem erfahren müsse. Die Intelligenz durchdringe alleLichtwesen und alle Dinge; sie suche das Eine, das Gute,als Urgrund von Allem rc. (S. Convers.-Lerikon.)
Pythgoras aus Samos, im 6ten Jahrhundert vorChristo geboren, erlernte in Egypten dre i Schreibarten:
die briefliche; 2) die symbolische und 3) die hierogly-phische. Auch machte er sich bekannt mit den Geheimnissender Oberpriester. Er besuchte Kreta, wo die Priester derCybele ihn in eine Höhle des Jda führten, in welcher Ju-piter gewiegt worden, und wo sie ihm das sogenannteGrab desselben zeigten. Hier kam er mit Epimenides zu-sammen, der sich des Umgangs mit den Göttern und derGabe der Weissagung rühmte, und ihn in die heiligen My-sterien der Griechen einweihte. Mit seinen eingeweihtenSchülern brachte er längere Zeit in einer Höhle zu, wo ersie unter mystischen Formen in den dunklern Theilen derPhilosophie unterrichtete. Er war so mitleidig gegen Thiere,daß er einem Fischer, der einen reichen Fang gethan hatte,die gefangene Fische abkaufte, und sie dann ins Meer warf.Jamblich erzählt, daß er die Zahl der Fische, welche nochim Netze unter dem Wasser gewesen, immer gewußt habe.600 Einwohner von Crotona unterwarfen sich den strengstenVorschriften seiner Disciplin, und legten ihr Vermögen zu-sammen , zum Vortheile der ganzen Gemeinde. Man sagtevon ihm, daß er Todte auferweckt, einen grimmigen Bärenmit einem Worte gezähmet, an zwei Orten zugleich ge-genwärtig gewesen, Naturbegebenheiten vorher gesagt rc. —Seine Lehrmethode war nach dem Muster der ägyptischenPriester doppelt: 1) eroterisch und 2) esoterisch; oder öf-fentlich und privatim.
Nur nach einer langen und strengen Prüfung wurde