Christi, die unerbittlichste Rache auszuüben. Hier habe»wir mehr, als bloße Veranlassung zur Folter. Esist ein deutlicher Beweis, daß die Folter schon vorhin vondem Notar bei der Untersuchung der Heren» und Zaubcrge-schichten angewendet worden sey; daß diese Verfahrungsart Wi-derspruch gefunden; der Pabst aber sein Verfahren gebilligt,und ihn dabei geschützt habe.
Wäre die Folter nicht in den ersten Jahrhunderten derchristlichen Kirche schon eingeführt worden; so hatte ja derKirchenvater Augustin nicht schon im 5ten Jahrhundertüber die Ungerechtigkeit derselben klagen können.
-Der Verfasser der Briefe »über den natürlichen, bür-gerlichen und politischen Zustand der Schweiz (Zürich 1781)laßt unserm großen Friedrich das verdiente Lob wie-derfahren: daß Er mit seinem Beispiel dem übrigen Deutsch-land in der Abschaffung der Tortur vorangegangen ist. Ererzählt bei dieser Gelegenheit die Anekdote, daß der preu»ßische Monarch den ersten Wink zur Abschaffung der Tor-stur durch das Lesen der englischen Geschichte bekommenhabe. Denn die stärkste Empfehlung der Folter sey immergewesen, daß man sie für das wirksamste Mittel gehalten,Verschwörungen gegen den Staat zu entdecken. Der scharf-sichtige Monarch habe aber aus den Jahrbüchern Groß-britanniens bemerkt, daß wenige Reiche so viele Beispielevon Verschwörungen liefern, als England; und daß dennochalle, selbst die Rädelsführer und Meutmacher, glücklicherentdeckt worden sind, als in einem Lande, wo die Folterim Gebrauch ist; und hieraus habe er auf die Abgeschmackt-heit der Folter geschlossen. — Eine Anekdote, für derenWahrheit der Verfässer bürget, und die aufbehalten zuVerden verdienet.
So weit Voigt. (S. »Berlinische Monatsschrift.--L784. Ister Band.)