Druckschrift 
Der Kampf der Finsterniß mit dem Lichte des neunzehnten Jahrhunderts
Entstehung
Seite
70
Einzelbild herunterladen
 

70

»tigcn Jahrlutndert; oder: So dumm liegt mein Baierisches»Vaterland noch unter dem Joch der Mönche und des»Aberglaubens, Von A. v. M. 1786.»

Die Geschichte ist kurz diese: »Eine junge Bäuerinzu N. nimmt, nach einer erdichteten Angabe einer boshaf-ten Magd, die 00jährige Großmutter ihres Mannes, diesie sonst liebte, in den Verdacht, ihre Kühe behext zu ha-ben. Die Sache wird im Dorfe ruchtbar. Der junge recht-schaffene Bau,r hat Mühe, seine Großmutter vor Miß,Handlungen des dummen Pöbels zu schützen, und verweisetder Magd ihren Unsinn. — Es entsteht darüber Unruheund Streit zwischen den beiden, bis dahin glücklichen, Ehe-leuten. Die junge Bäuerin geht nach F., beichtet einemFranziskaner die ganze Zauberey und erhält von demselbenverschiedene Sächelchen, als: Agnusdei, Lukas zet-tet und dergleichen. Da diese Mittel nichts fruchten,muß der Bauer seine schwache Großmutter einschließen, umihr Leben zu schützen. Und weil in solchen Fallen die Hei-lung des Viehes de» Mönchen überlaffen wurde, so gehtdie funge Bäuerin (sie war gerade schwanger) wieder nachF. in das Franziskaner-Kloster. Sie kommt an die Pforte,verlangt den Herenpater zu sprechen (wie denn dort injedem Kloster ein solcher war), wird in das dazu besondersbestimmte Zimmer geführt und unter dem Borg eben desPaters, daß auch das Kind unter ihrem Herzen bchertscv, von diesem — geschändet. Endlich wird die Armemit folgender Weisung entlassen: n Heute, sobald ihr nach»Hause kommt, geht in den Stall, und da werdet ihr die»Here antreffen. Verseht euch mit einem Prügel, und»schlagt sodann so lange auf selbe, bis ihr Blut fließen»seht; mit diesem Blute bestreicht die Brüste der Kühe,»und in kurzer Zeit wird cs sich zeigen, daß die Hercrcy

»aufhört.«- Und die Verblendete, als sie bei ihrer

Hachhausekuuft die traurige Alte, ihre eigene Kuh besuchend,