Der Daß der Geistlichkeit gegen die Mathematik undPhilosophie erhielt sich noch bis zum siebenzehnten Jahrhun-dert, wo der berühmte Galilei wegen der gemachten astro-nomischen Entdeckungen in Betreff der Jupiters Mondeund des Laufs der Planeten vor das Ketzergericht zu Romgestellt und eingckerkcrt wurde. Schon zu den Zeiten desAugustinus war die Unwissenheit in der astronomischen Wis-senschaft so groß, daß dieser Heilige glaubte, die Erde seyplatt wie ein Tisch. Laktanz sagte unter andern:Gibt es so thörigte Leute, daß sie glauben können, es gebeMenschen, welche die Köpfe zu unterst, und die Füße indie Höhe tragen? Nicht weniger ruft der h. Chrysostomusin seiner 14. Homilie aus: Wo sind jene, die behaupten,daß der Himmel beweglich, und seine Gestalt zirkelförmigsey! (Philosoph. Lexikon von Nonotti 1. Band S. 637.)
Das Verbrennen der Hexen fing ebenfalls mit der allge-meinen Verbreitung der christlichen Religion unter den Kai-sern und Päbsten an. Im Jahre 373 .'war der Aberglaubenund die Unwissenheit der Geistlichen"schon so weit gegan-gen, daß man glaubte, es gäbe Menschen, welche die ewigeOrdnung der Gestirne unterbrechen, Luft, Erde, Menschenund Thiere behexen könnten; weshalb zu Rom und Antio-chien deshalb strenge Untersuchungen durch die Geistlichkeitveranlaßt wurden. Don dem äußersten Ende Italiens undvon Afrika, wurden Junge und Alte in Ketten vor die Gr-richtsstühle zu Rom und Antiochien gestellt. VornehmeFrauen, Philosophen, und Mathematiker, mußten ihrenGeist unter den grausamsten Qualen aufgeben; die Anzahlder Gefangenen war so groß, daß sie von dem RömischenMilitair nicht bewacht werden konnten. Der größte Thcilder Einwohner wurde solcher Künste beschuldiget und hin-gcrichtet. (Gibbons Geschichte. 6ter Band. S. 132.)
Leider ging dieser Fanatismus durch alle Jahrhunderte
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