Druckschrift 
Der Kampf der Finsterniß mit dem Lichte des neunzehnten Jahrhunderts
Entstehung
Seite
66
Einzelbild herunterladen
 

60

der Krcuzzüge. 2ter Theil. S. 63.) Wie grausam mangegen Gelehrte verfuhr, welche es wagten, in Philoso-phie und Mathematik Unterricht zu geben, davon liefertuns folgende Geschichte aus dem fünften Jahrhundert einBeispiel. *) Gibbon erzählet sie also.

»Hypatia, Tochter des Mathematikers Theon,war in ihres Vaters Studien eingeweihet. Ihre gelehrtenKommentare erläuterten die Geometrie des Apolloniuöund Diophantus, und zu Athen wie zu Alexandrien lehrtesie öffentlich die Philosophie des Plato und Aristoteles.In ihrer Jugendblüte und Weisheitsrcife wies das sitt-same Mädchen ihr« Liebhaber ab, und unterrichtete ihreSchüler. Die an Rang und Verdienst erhabensten Personenin Alexandrien waren voll Ungeduld, die Philosophin zubesuchen, und der Erzbischof Cyrill sah mit Eifersuchtden glänzenden Zug von Pferden und Sklaven, die sich zurThüre ihres Lehrsaalcs drängten. Man verbreitete unterden Christen ein Gerücht, daß des Theons Tochter alleindie Aussöhnung des Präfekts und des Erzbischofs hindere;aber bald wurde dieses Hinderniß weggeräumet. An einemunglücklichen Tag in der Fastenzeit wurde Hypatia vonihrem Wagen gerissen, nackend ausgezogen in die Kirchegeschleppt, und vom Vorleser Peter und einem Schwarmwilder und wüthender Christen unmenschlich hingerichtet.Man kratzte ihr mit Muscheln i>as Fleisch von den Knochenab, und warf ihre zitternden Gliedmassen ins Feuer. Dierechtliche Untersuchung und Bestrafung wurde durch zeitigeGeschenke niedergeschlagen.« (Des heil. Cyrill von Sokra-tes Lit. VII. C. 13. 15. und Gibbons Geschichte eilfterTheil S. 30.)

0 Auf der spanisch-südamerikanischen Universität Chartas war,selbst bis zur Revolution, das Studium der Mathematik unter-sagt. (S. Gesellschafter von Gubitz.)