die Pariser Bluthochzeit flohen die am Leben gebliebenenin die protestantische Staaten nach Preußen, Holland,Sachsen, Hessen rc. Sic brachten ihre Fabrikkenntniffe mit,und siedelten sich an, wo Platz für sic war. Die Ermor-dung von 30000 Protestanten in Frankreich und 100000in Irland, bevölkerten auch Englands Fabrikrhäler, wor<ausleider die Verfolgung oder vielmehr die große Beschrän-kung der Bewohner von Irland hervvrgegangen ist, welcheheutiges Tages nicht mehr statt haben sollte. * *) Die aber-
entlehnte, und in dem Gesellschafter, Berlin 1821, wieder mit-getheilte Erzählung als Beleg dienen:
„Als Ludwig XIII. seinem Vater in der Regierung folgte,„wollte die Geistlichkeit den Haß gegen die Protestanten wieder„ auffrischen; aber das Volk ließ sich nicht wieder zum Werkzeug„solcher Religionstyrannei gebrauchen, sondern sang ganz laut„in den Straßen das VauäevUI«:
„Laßt leben den Pabst, den katholischen König,
„Doch leben laßt auch Hugenotten dazu!
„Es lebe, wer brav ist! sonst kümmert's uns wenig;
„Doch fort muß der Leusel, der störet die Ruh."
*) Der gegenwärtige Pabst beklagte sich gegen das Napoleon'scheConcordat über die Duldung der protestantischen Sekten, daßdie von den verschiedenen christlichen Sekten anerkannte Gottes-verehrung frei sey, und ausgeübt werde. Er erklärt, daß erdieses Verlangen als den Kanons, den Concilicn, der katholi-schen Religion, der Ruhe der Einzelnen und dem Wohl desGanzen zuwiderlaufcnd und wegen der schlimmen Folgen, diedaraus entstehen könnten, verworfen habe. So lautet die Pro-t-station des Pabstes in seinem am 5. Febr. 1808 an die Car-dinäle erlassenen Circulare. Hierdurch führt der 6our-vier ok Donclon 10. Febr. 1313 den Beweis, daß !die römisch-katholische Religion sich nicht mitder Religionsfreiheit vertrage, weil sie alleandere Sekten für ketzerisch ansehe." (CarlsruherStaatszcitung vom 22. Febr. 1813. S. 210. Vgl. Ivurna!<I« 1'Lms,ire 16, Febr.)