11
»um dieses granzenlose Elend nicht.; hier (in Dänemark)»gibt es keine Bettler, o glückliches Dänemark! rc. « *)
S. 97. «Der Schwede ist stolz, aber eben deswegen„sehr höflich; Er giebt sich alle Mühe, dem Fremden ge-il füllig zu scyn. Die große Sicherheit, womit man seine„Effekten überall liegen laßt, ist merkwürdig; man schickt„seine Koffer mit dem Vorboten; ein anderer (unbe-„kannter) Bauer auf jeder Station bringt sie weiter;„nach 100 Stunden erst sieht man seine Koffer wieder, und„findet alles in der besten Ordnung. Ich bin oft in der„ N a ch t angekommen, wo ein Paar Koffer auf der Straße„vorm Hause standen: die Hausthüren sind immer offen.„Wir gicngen herein wenn wir noch essen wollten, oder„ legten uns in das Bett, welches wir fanden; am Morgen„ sahen die Leute erst Fremde in ihrem Hause, ohne darüber„ verwundert zu seyn. a
S. 158. „ In Serma kehrten wir beim Pfarrer ein ,„dessen Sohn eben Hochzeit hielt; das ganze Haus war„voller Menschen. Unsere Effekten wurden von der Menge„ in Empfang genommen, wir gaben gar nicht Acht darauf;„des Pfarrers Silbergeschirr lag in allen Ecken herum;„seine Uhren hingen im Zimmer; die ärmsten Leute nah,„men Thcil am Fest. — Der Pfarrer hatte sehr viele Kinr„der, war ein armer Mann, wollte aber gar keine Bezah-„ lung annehmcn, und wurde böse, als ich einer seiner Töch--„ ter zwey Dueaten schenken wollte, weil sie uns noch auf„den Weg mit Brod oder sonstigen Bedürfnissen versehen
*) Vollncy sagt über die allgemeine Ursache vom Wohlstände derStaaten:
„Allenthalben, wo ein Volk mächtig, ein Reich blühend ist,sind die Gesetze des Vertrags den Gesetzen der Natur gemäß,— verschafft die Regierung den Menschen den freien Gebrauchihrer Fähigkeiten, gleiche Sicherheit ihrer Personen und ihresEigenthums."