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Denkverse und Epigramme
Entstehung
Seite
74
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,4 _Epigramme. _

HZ. Ein unsterblicher Geist bewohnet die Hütte von Erde -Doch für den irdischen Leib sorgest die Meisten allein.

hh. Fühltest du Schmerz der Sünde? so fühl' auch das Heil der Vergebung;

Der in der Buße dich schlägt, heilt auch im Glauben dich, Freund.O wie wirst du lieben; ist jegliche Schuld dir erlassen!

Liebtest du Den wol zu viel, welcher so viel dir verzieht: ?

Ü5. Bist du aus Gott geboren, oFreund; so gebierst du nicht Groll mehr;Nichts verzieh dir Gott, wenn du nicht Allen verzeihst!

. Fürchte, mein Freund, des Ergrimmten gewaltsam erzwungene Ruhe!

Innerlich kocht der Vesuv, deckt ihn auch äußerlich Eis.h?. Warst erleuchtet du gern? So übe den Willen des Vaters!

Willst du von Sünden frei werden? Umfasse das Kreuz!

H8. Forsche nach Wahrheit so ernst, als könntest du selbst sic ergründen !Glaub' und bete zugleich; Wahrheit sic kommt nur von Gott.

Hst.Dieß zwar sollte man thun, doch auch das Andre nicht lassen."

Goldener Ehristusspruch! Wenige kennen dich recht!

Sey mir sichere Regel für all' mein Denken und Handeln!

Ach, Einseitigkeit hat immer die Menschen bethvrt.

50.Schönsind dcsJünglingsThränen,geweint dem unsterblichenNachruhm,Schön, wcnnWcrng'ihm und Blick hoch von Bcgeist'rung cntglühn;Aber schöner ist doch des Jünglings feuriges Auge,

Wenn es bescheiden sich senkt, wenn es bescheiden sich hebt.

51. Folge du stets der Stimme der Gottheit, die in dir wohnet.

Achte des Weltsinns nicht, noch auch der Menge Geschwätz.

Christ, laß nichts in der Brust dir den heiligen Richter betäuben,Wenn von der ebenen Bahn täuschend die Welt dich verlockt.Göttlich thcucr sey stctö dir die Wahrheit, wo du sie findest;

Und, was du dichtest, sey schön, und was dn wirkest, sey gut!

52. Hell umleuchtc dich stets die Sonne der freundlichen Gottheit,Zeige dir richtigen Pfad, leite dich sicher an's Ziel!

Zu der Tugend Gesetz, zum reinen Genusic des DascynsWeihe dein Schntzgcist dich adelnd und heiligend ein!

Fest um die Menschheit schlinge dn dich mit Armen der Liebe,

Daß du die Menschen in dir, dich in den Menschen dn fühlst!

53. Dieser Hügel bedeckt ein schön anfblühendcs Knäblein,

Welches der Tod, ach, früh' führte zum Himmel hinauf.

In sein empfängliches Herz hat zwar die Liebe der ElternSaat des Guten gesä't, sich der Entkeimten gefreut;

Bald doch verpflanzt'ihn der himmlischeGärtncr von hier! Aus dcsHimmclsWogendem Achrenfeld reift nun die köstliche Saat.

5H.Seele, wohin?"Zum Himmel." Den such'im innersten Herzen;

Findest dn hier ihn nicht; bleibet er ewig dir fern.

55. Einsame suchet der Herr; den Einsamen wird er Gesellschaft!

Bleibe daheim bei dir selbst, Christ; so besuchet dich Gott!Willst du das ewige Wort iu deinem Herzen vernehmen?

Mußt du verschließen dein Herz fest vor der Sinne Tumult.