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Denkverse und Epigramme
Entstehung
Seite
66
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Hl- _ Deukverse.

Ruhig ist dein Gewissen? O wär' es nicht Ruhe des Todes!Rühme dich nicht des morgenden Tags ; du weißt nicht, was heut' kommt.Rühmliches übe beharrlich, auch wenn nie Einer dich rühmte.Runzeln verachte du nicht; oft bergen sie Weisheit des Alters.

Rupfe nicht immer die Federn hinweg, die Andre gestohlen.

Rüste mit Gottes Kraft dir den Arm; so besiegst du das Stärkste!Rüstig sey immer zum Kampf; denn überall lauren die Feinde.

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Saat, von Gott gcsä't, ist gläubig Gestorbener Leichnam.

Saatfeld ewiger Äernten bestellt, wer viel und mit Lust hilft.

Sage nicht stets, was du weißt; doch wisse du stets, was du sagest.Salzlos sind die Meisten; es fehlt der Geist, der von Gott kommt.Sammle dir Schatze des Geistes, dem ewigen Geist uncntreißbar!Säue sind häßliche Thicre; doch mehr noch schmutzige Menschen.Säuberlich fahre du nie mit dir selbst; an's Kreuz mit dem Fleische!Saub'rc den inner» Tempel; so wohnt bald drinnen die Gottheit.Saus' und braus' im Sturm nicht daher; Gott wohnt in der Stille!Schacht ist die heilige Schrift; da grabe nach,Golde, du Weiser!Schadenersatz der Seele, wer kann ihn dir leisten, du Armer?Schädlich eracht' am meisten, was Geist und Herz dir beschädigt.Schaafe Christi sind nicht, die einander beißen und reißen-Schäme dich nie des Herr»; nein, schäme dick einzig der Sünde!Schaamcrröthcn, es ist die Morgcnröthe der Tugend.

Schallend ertönt ein leeres Gefäß; wie schwatzt oft ein Lecrkopf!Schandbare Worte vermeide; du streust sonst Saainen des Unkrauts.Scheine nie mehr, als du bist, und sei) stets mehr, als du scheinest!Schellengeläut des eigenen Lobes verräth nns den Thoren.

Schiebe nicht auf bis morgen, was heut' du vermagst zu vollenden!Schiffbruch leidet die Unschulv gar oft, die sich leicht in Gefahr gicbt.Schimpflich fürwahr ist das Schimpfen; ein Christ tanchtAlles in Liebe.Schlafe nicht länger, o Sünder; zu spät erwachte schon Mancher!Schlaff ist der Mensch, der von Gott nicht das Höchste sich ringend erbittet.Schlaukopf, sey nicht zu stolz, daß ein Klügercr, Gott, dich nicht beuge!Schlechtweg sage du:Rein !" wenn ein Schändlicher Böses dir aiisinnt»Schlummern kannst du, wie sanft, bewahrst dn ein wachsam Gewissen.Schmacklos ist Alles, wo Christus, das Salz, fehlt; Alles denn würz' er!Schmähe nicht, was dn nicht kennst; sonst mußt du schmähen dich selbst einst.Schmählicher ist wol nichts, als himmlische Güter verschmähen!Schmal ist der Weg, und enge die Pforte zum ewigen Leben.

Schmerz ist dasLcbcn, vom ersten Beginn bis zum Kampfe des Todes.Schmutzige Hände berührend, beschmutzest die eigene Hand dn.Schrecklich betrügst dn dich selbst, Ungcheiligtcr, Seligkeit hoffend.Schritt vor Schritt erreichst du das Ziel, nicht springend noch fliegend.Schritt vor Schritt erklimme die Höhn der Weisheit und Tugend.Schncktern seh nicht, o Christ, sobald du die Wahrheit vcrthcidigst!Schule der Weisheit ist's. Verschiedener Meinung vergleichen.Schulgezanke bekunden, daß Wissen oft tödcet die Demuth.

Schüre das Feuer nicht mehr, wo dic Glnth des Zorn's schon entflammt ist.Schürze dich schnell zu liebender That; die Gelegenheit schwindet.