Druckschrift 
In Sachen der Rheinprovinzen, und in eigener Angelegenheit
Entstehung
Seite
19
Einzelbild herunterladen
 

noch auch die Aufmerksamkeit der Welt gewonnen.So manches Unheilsame geht noch dort im Schwange;der große Druck der Preßfreyheit im alten Lande;die frühere Reibung zwischen dem starren Solda-tengeiste und dem neuen besseren bey den Land-wehren und Freywilligen; die nicht erfolgte Ab-lösung der Frohndienste, die den Bauern im Jahrii versprochen worden, und so viel Anderes, dembey einer guten ständischen Vertretung langst «b-geholfen wäre."

Seit so vielen Jahren ist dem Volke vonallen auf einander folgenden Partheyen und Regie-rungen so viel versprochen, und so wenig gehalrenworden, daß endlich der Glauben ihm ganz undgar entwichen, wo es die Worte nicht unmittelbarvon der That begleitet steht. Darum wäre eswohl rathsam gewesen, gleich schon die Huldigung,statt daß sie jetzt zum größten Theile durch Be-amte der Regierung geschieht, durch eigentlich ge-wählte ständische Stellvertreter zu bewerkstelligen,und die kostbare, jetzt blos formale Ceremonie, ineine durch ihre Folgen dem Lande hochwichtige,und seiner Wohlfahrt zuträgliche Handlung zuverwandeln. Gerade jetzt, wo der Feind vor denThoren steht, ist es am dringendsten, daß die Re-gierung mit dem allgemeinen Vertrauen sich um-gebe; gegenwärtig, wo ein Jahr mehr Opfer for-

3