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müßte, um das neugeborne Kind dort zu taufen. Nicht alleLeute bewohnen geräumige Hauser; die Mehrzahl, selbst inden Städten haben nur einige Zimmer. Auf dem plattenLande rst man noch weniger darauf gerichtet, eine so heiligeHandlung mit dem gebührenden Anstande in der oft sehr klci,nen Stube der Kindbetterin vorzunehmeu.
Und was würde aus den Pfarrgcistlichen werden, beson-ders in weit ausgedehnten volkreichen Pfarrbezirken? Müßtensic nicht in den ohnehin kurzen Wintermvnatcn, wie die Land-boten oder Schnellläufer bald nach Süden, bald nach Norden,bald nach Westen, bald nach Osten laufen, um das dort ncu-geborne Kind zu taufen? Wie, wenn an einem Tage mehrereKinder zu taufen waren, was in den großen Pfarren nichtsUngewöhnliches ist? Wenn der Pfarrer oder Pfarrkaplan amMorgen eine Stunde weit gegangen, um an der einen Gränzeein Kind zu taufen; wird er am Nachmittag sich wieder zurandern Gränze der Pfarre begeben; und so fort an den übri-gen Tagen. Bei solchen Verhältnissen wäre es durchaus nö-tkig, daß in jeder Pfarre ein oder zwei Tanfpricstcr für dieWintcrmonate besonders bestellt würden. Denn wer nur einwenig mit den Geschäften eines Pfarrers in den jetzigen Zei-ten vertraut ist, wird gestehen müssen, daß solche alle Tags-reiscn, besonders in den Winiermonatcn mit dem Pfarrgeschäftesich nicht verpaaren. — Während ein Geistlicher in der Kirchemehrere Kinder in einer halben Stunde taufet, müßten zweiGeistliche volle Tage anwenden, um in den Häusern dieselbeheil. Handlung zu verrichten.
Zur Zeit des h. Bonifazius war es zwar Vorschrift, daßdie Geistlichen Taufwasser mit dem hh. Ocl und Chrisam beisich trugen, um die neugebvrnen Kinder also gleich taufen zukönnen; aber damals waren noch keine oder sehr wenige Pfarr-bezirke geordnet. Die Missionäre mußten die Gläubigen auf-suchcn, hier und dort lag nur ein Haus oder Hof, und derGläubigen waren wenige. Und doch war diese Vorlchrift nurfür den äußersten Nothfall, indem die gesunden Kinder amCharsamstage und am Pfingstabcnd feierlich in den Kirchen ge-tauft wurden.
Es wird unnöthig scyn, noch zu erwähnen, daß für diefeierliche Handlung auch noch der vorgcschricbcne Priesteror-nat, das geweihte Taufwasser, das hh. Ocl und Chrisam mitden übrigen Sachen müsse uachgetragen werden.
Das sollen wir noch sagen von der schuldigen Ehrfurchtund Hochachtung gegen das erste h. Sacramcnt? Wir sindbelehrt von unfern Vätern, daß wir uns bei der Ausspendungder nothwcndige» Hcilsmittel in der äußersten Noth alles muss