v. Tschirnhaus.
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1661 das Licht der Welt. „1651, den 10. ^pprill, Km h. Oster Montage —so lautet die Eintragung seines Vaters in das Hausbuch — auf 6 vhrNachmittage halt vnß Gott einen Jungen Lohn bescheret, welchen wirden Nahmen Lhrensridt Walter gegeben" h. Km 12. Kpril wurde ergetauft. Zunächst wurde er zu Hause unterrichtet, besuchte dann dasGörlitzer Gymnasium, bezog im Jahre 1668 die Universität Leyden, trat1672 als Volontär in das Regiment des Obersten Barons v. Nieuwlandfür anderthalb Jahre ein und machte die Belagerung von Wesel mit,ging dann nach Leyden zurück, unternahm hieraus eine große Reise nachEngland, Frankreich, Italien, Sizilien, Malta. Im Jahre 1679 kehrteer in seine Heimat zurück. Km 22. Juli 1682 wurde er Mitglied derköniglichen Kkademie der Wissenschaften in Paris und vermählte sich indemselben Jahre, am 16. November 1682^) mit Elisabeth Eleonorev. Lest (* 8. Juli 1669 zu Dresden, 's 24. September 1693), TochterHans Heinrichs v. L. aus Rengersdorf und Torga und übernahm im Jahre1684, wie erwähnt (vergl. S. 1014 oben), durch einen mit seinem Bruderabgeschlossenen Rausvertrag die väterlichen Güter Rieslingswalde undStolzenberg. Nach dem im Jahre 1693 erfolgten Tode seiner ersten Gattinschloß er im Jahre 1702 und zwar am 9. Februars eine zweite Ehe mitElisabeth Sophia v. d. Schulenburg (* 9. Januar 1780, ch 17. März1707 zu Mühlbach), der einzigen Tochter haubolds v. d. Sch. auf Mühlbach.Zuvor hatte er abermals eine große Reise nach Holland und Frankreichunternommen. Lhrensried Walther überlebte seine zweite Gattin nurkurze Zeit. Er erkrankte im September 1708 an der Ruhr und starbin Dresden am 11. Oktober, morgens um vier Uhr „eines frühzeitigen,doch seeligen Todes", wie sein Bruder Georg KIbrecht dem GörlitzerKmtshauptmann meldeteh. In Rieslingswalde fand am 28. Dezemberdie Beisetzungsfeier statt. Sein Bruder Georg KIbrecht ließ ihm ein kost-
y Neues Laus. Mag. Bd. 32, 5. 246. Oie folgenden biographischen Datenhauptsächlich nach der „Lebens- und Todes-Geschichte des Weltberühmten Ritters undHerrn Herrn Ehrenfried Walther v. Tschirnhauß", Görlitz 4709. Reinhardt a. a. G.(1903) stellt die wohlbegründete Vermutung auf, der Verfasser dieser anonym heraus-gebommenen Schrift sei Johann Melchior Steinbrück, zuerst Informator derLöhne E. W.'s v. Tsch., dann sein Gehilfe und Privatsekretär, später in Diensten des„Porzellanerfinders" Böttger, hierauf Inspektor der Porzellanmanufaktur in Meißen,endlich Lehrer der Mathematik an der Fürstenschule daselbst. Steinbrück starb imJahre 1723. — Ls ist das große Verdienst T. Reinhardts in seiner Rrbeit:„Tschirnhaus oder Böttger? Urkundliche Geschichte der Erfindung des Meißner Por-zellans", Neues Laus. Mag. Bd. 88, L. 1 — 162, den Beweis erbracht zu haben, daßdie Erfindung des sächsischen Porzellans in den Juli 1708 zu verlegen ist und daßdas Erstlingsrecht seiner Erfindung unserem großen Dberlausitzischen LandsmannEhrenfried Walther v. Tschirnhaus gebührt (vergl. Neues Laus. Mag. Bd. 88,S. 98, 109). — Zu der Frage hat in jüngster Zeit nochmals Zimmermann dasWort ergriffen in Lrmisch' Neuem Nrchiv für Sächsische Geschichte, 33. Bd., S. 160 ff.und S. 154 ff.
2) Neues Laus. Mag. Bd. 88, S. 12.s) Neues Laus. Mag. Bd. 88, S. 50.
tz Lehnsakten Rieslingswalde. — Die Dberlaus. Gesellschaft der Wissenschaftengedachte in ihrer Hauptversammlung am 14. (Oktober 1908 in Erinnerung der 200.Wiederkehr seines Todestages der Verdienste Tschirnhaus'.